Der webbasierte Audioplayer Volumio 2.0

Verstärkt

Den Ton gibt Volumio in der Grundeinstellung über die Kopfhörerbuchse des Raspberry Pi aus. Über ein entsprechendes Cinch-Kabel lässt sich diese mit dem Line-In einer Stereoanlage verbinden – Musik ist bekanntlich nur gut, wenn man sie laut hört. Alternativ legen Sie die Tonausgabe über das Menü Wiedergabe auf den HDMI-Ausgang. Zudem unterstützt Volumio zahlreiche DAC-HATs, also Digital-Analog-Konverter in Form von Aufsätzen für den GPIO des Raspberry Pi. Sie liefern eine deutlich bessere Audioqualität und mehr Audioausgänge (etwa Toslink) als der Raspberry Pi mit Bordmitteln. Audiophile Fans rüsten den RasPi gar mit einem Röhrenverstärker auf [6].

Arbeiten Sie mit einem Raspberry Pi 3 oder haben Sie einen kompatiblen USB-WLAN-Dongle an einen älteren RasPi angeschlossen, baut Volumio automatisch einen Hotspot auf. Die SSID lautet Volumio, das Zugangspasswort volumio2 (Abbildung 2). So können Sie bei Feiern Freunden und Bekannten über deren Handys Zugang zur Musikauswahl geben, ohne Ihr Heimnetzwerk offenlegen zu müssen (Abbildung 3). Die Einstellungen des Hotspots lassen sich bei Bedarf unter Netzwerk | Hotspot Settings ändern. Dort gibt es auch die Option, den WLAN-Zugang komplett zu deaktivieren.

Abbildung 2: Gäste können sich via Handy beim Volumio-Rechner anmelden und das Musikmanagement übernehmen.
Abbildung 3: Auf Smartphones schrumpft die Weboberfläche zusammen. So lässt sich Volumio gut über ein Handy steuern.

Angezeigt

Die Entwickler von Volumio haben primär die Anwender im Sinn, die den RasPi an ihre Stereoanlage anschließen möchten und den Mini-Rechner dann hinter dem Hi-Fi-Turm verschwinden lassen. Die Steuerung der Anlage erfolgt dann über ein Smartphone oder einen Webbrowser auf dem PC. In Kombination mit dem offiziellen Raspberry-Pi-Display und einem passenden Gehäuse lässt sich die Stereoanlage jedoch sehr einfach "smart" machen und komfortabel über den 7 Zoll großen Touchscreen steuern.

In der Grundeinstellung bleibt ein an den Volumio-RasPi angeschlossener Monitor bis auf die Startmeldungen während des Bootens und den Anmelde-Prompt leer. Eine grafische Desktop-Umgebung bringt das System erst gar nicht mit. Über den Eintrag Plugins in der Seitenleiste lassen sich jedoch sehr einfach zusätzliche Funktionen (wie eben die Bildschirmausgabe) nachinstallieren.

Über Suche Plugins lassen Sie sich die aktuell verfügbaren Plugins in verschiedenen Kategorien anzeigen. Das Touch Display Plugin finden Sie unter Miscelleanea. Über einen Klick auf Installieren spielen Sie das Modul in das System ein. Im Hintergrund installiert Volumio dabei den X-Server mitsamt Chromium als Browser aus der Paketverwaltung des Raspbian-Systems – der Vorgang nimmt einige Minuten in Anspruch (Abbildung 4). Achten Sie darauf, vor der Installation eine eventuell angeschlossene Tastatur vom System abzustecken. Andernfalls bleibt die Installationsroutine hängen.

Abbildung 4: Über die Plugin-Verwaltung ergänzen Sie Volumio um weitere Funktionen wie Unterstützung für Spotify.

Anschließend müssen Sie das Plugin noch aktivieren. Wechseln Sie dazu in den Reiter Installierte Plugins und schieben Sie den Regler Touch Display auf On. Direkt danach startet die Jukebox-Software die grafische Umgebung mit der Volumio-Webseite im Vollformat. So lenken weder andere Bildschirmelemente vom Musikgenuss ab, noch lässt sich der RasPi anderweitig nutzen beziehungsweise missbrauchen (Abbildung 5). Das Plugin konfiguriert das System so, dass die grafische Umgebung auch bei einem Neustart automatisch lädt.

Abbildung 5: Das Touchscreen-Plugin ist auf das offizielle RasPi-Display optimiert, funktioniert aber auch mit einem normalen Monitor.

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