Foto-Backup auf RasPi-Basis (Teil 2)

Smartphone-Bilder sichern

Daneben übernimmt der Webserver das Hochladen von Bildern von einem Smartphone oder Tablet aus (Abbildung 4). Eine schlüsselfertige Lösung für diesen Zweck gibt es im Netz nicht; allerdings finden sich auf den einschlägigen Seiten genügend passende Codeschnipsel. Datei-Uploads stellen generell ein Einfallstor für Hacker dar, weswegen sich die Lösung ohne eine eingehende Sicherheitsprüfung nur für das lokale Netz eignet.

Abbildung 4: Um Bilder von einem Smartphone zu sichern, enthält die Galerie eine Upload-Funktion.

Technisch funktioniert der Ablauf wie folgt: Die PHP-Seite lädt die Bilder in ein temporäres Verzeichnis, führt eine Reihe von Prüfungen durch und verschiebt die Fotos dann in den von Systemd überwachten Ordner /data/uploads/. Befinden sich in diesem nun Dateien, startet eine Variante des oben beschriebenen Kopierskripts und sortiert damit die hochgeladenen Bilder in die jeweiligen Zielverzeichnisse ein.

Damit die Requests nicht zu lange laufen, ist der Upload auf maximal 64 MByte begrenzt. Dieses Limit passen Sie bei Bedarf über die Parameter upload_max_filesize und post_max_size in der Konfigurationsdatei /etc/php5/cgi/php.ini an.

WLAN für den Fototank

Damit das Ganze auch unterwegs funktioniert, soll der RasPi ein eigenes Netz über WLAN bereitstellen. Das funktioniert so ähnlich wie im Artikel "Do it yourself" in RPG 06/2015 [5] gezeigt. Im Prinzip braucht es dafür drei Dinge: Zuerst bekommt der RasPi eine feste IP-Adresse für seine WLAN-Schnittstelle. Dann benötigen Sie einen DHCP-Server auf dem RasPi, der Anfragen nach IP-Adressen beantwortet. Zu guter Letzt kommt noch der Hostapd-Daemon ins Spiel, der für die unterste Ebene der WLAN-Verbindung verantwortlich zeichnet.

Listing 4 zeigt die Konfiguration der Netzwerkschnittstellen in der Datei /etc/network/interfaces. Das Ethernet bezieht weiterhin seine IP-Adresse über DHCP (Zeilen 4 und 5) und bleibt damit ans Heimnetz angeschlossen. Die WLAN-Schnittstelle erhält dagegen eine fixe IP, im Beispiel die 192.168.100.250 (Zeilen 7 bis 12). Für den DHCP-Server und Hostapd benötigen Sie dann noch die zwei bereits in Listing 1 installierten Pakete dnsmasq und hostapd.

Listing 4

 

auto lo
iface lo inet loopback
auto eth0
iface eth0 inet dhcp
auto wlan0
iface wlan0 inet static
address   192.168.100.250
netmask   255.255.255.0
network   192.168.100.0
broadcast 192.168.100.255

Die Datei /etc/dnsmasq.conf aus Listing 5 zeigt die zu Listing 4 passende Konfiguration des DHCP-Servers. Für den Hostapd müssen Sie zwei Dateien editieren: In die /etc/default/hostapd tragen Sie nur eine Referenz auf die eigentliche Konfigurationsdatei ein (Listing 6). Erst dadurch startet der Hostapd automatisch. Die eigentliche Konfigurationsdatei finden Sie in Listing 7. Hier müssen Sie zumindest die wpa_passphrase anpassen, also das WLAN-Passwort.

Listing 5

 

interface=wlan0
expand-hosts
domain=example.com
dhcp-range=192.168.100.100,192.168.100.150,12h

Listing 6

 

DAEMON_CONF=/etc/hostapd.conf

Listing 7

 

ssid=pi-imgtank
ctrl_interface=/var/run/hostapd
interface=wlan0
driver=nl80211
channel=11
beacon_int=100
hw_mode=g
ieee80211n=0
wmm_enabled=1
ht_capab=[SHORT-GI-20][SHORT-GI-40][HT40-]
wpa=2
wpa_passphrase=my+pi-imgtank!
wpa_key_mgmt=WPA-PSK
wpa_pairwise=TKIP
rsn_pairwise=CCMP TKIP
max_num_sta=8
wpa_group_rekey=86400

Falls Sie einen RasPi der zweiten Generation ohne integriertes WLAN mit einem WLAN-Dongle nutzen, müssen Sie eventuell ein paar Klimmzüge mehr machen. Details liefert der oben erwähnte Artikel zum RasPi-Hotspot. Wollen Sie die Installation und Konfiguration nicht manuell ausführen, starten Sie das Skript tools/install-hostapd aus dem Github-Projekt des Autors.

Zusätzlich zu der hier beschriebenen Konfiguration trägt das Skript auch noch den Hostnamen samt fester IP-Adresse in die /etc/hosts ein. Da Dnsmasq Namen in dieser Datei auflöst, erreichen Sie die auf dem Backup-RasPi gespeicherten Bilder von einem ins WLAN des RasPi eingebuchten Mobilgerät aus ganz einfach unter der URL http://pi-imgtank/ – zumindest in unserem Beispiel.

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