Foto-Backup auf RasPi-Basis (Teil 2)

Vorschau per Galerie

Über eine reine Backup-Funktion hinaus geht der Wunsch, die Bilder auch auf einem größeren Bildschirm anzusehen, als die Kamera selbst ihn mitbringt. Tablets und Smartphones bieten sich da als entsprechende Kandidaten an. Doch damit der Zugriff klappt, muss auf dem RasPi zumindest ein kleiner Webserver laufen. Darüber hinaus könnte man damit auch Bilder vom Smartphone auf den Raspberry Pi hochladen.

Entsprechende Funktionen bieten Fotogalerien, die es in zahlreichen Varianten im Netz gibt. Das Problem mit diesen Lösungen: Sie passen nicht wirklich auf den vorliegenden Anwendungsfall. Meist handelt es sich um ausgeklügelte Webgalerien mit integrierter Benutzerverwaltung und einer eigenen Datenbank. Oft kommen weitere Funktionen hinzu, die für den Bildertank keinen Mehrwert bieten und die Sache nur unnötig verkomplizieren.

Es empfiehlt sich daher der Einsatz einer einfachen Fotogalerie wie Photo Archive [2] (Abbildung 2). Benötigen Sie mehr Funktionen, etwa weil der Imagetank stationär zu Hause als Bilderdienst installiert ist, weichen Sie auf Picapport [3] oder phTagr [4] aus.

Das in Java geschriebene Picapport ist kostenlos und bringt einen eigenen Webserver mit – allerdings liegt der Quellcode der Anwendung nicht offen. Immerhin punktet das Programm mit einem sehr guten Interface und einer durchdachten Integration von mobilen Geräten. Die zweite Lösung, phTagr, erlaubt über das Repertoire von Photo Archive hinaus auch Bewertungen sowie die Vergabe von Titeln und weiteren Attributen.

Abbildung 2: Die einfache Webgalerie Photo Archive erfüllt ihren Zweck.

Server-Installation

Für den Webserver gibt es diverse Alternativen, etwa Apache, Nginx und Lighttpd ("Lighty"). Letzterer begnügt sich mit wenig Ressourcen und eignet sich daher besonders für den Raspberry Pi. Neben Lighttpd benötigen Sie noch PHP sowie die eigentliche PHP-Webanwendung. Analog zur Samba-Installation gibt es auch für die Webumgebung ein vorbereitetes Installationsskript (tools/install-web) im Git-Projekt des Autors. Das Skript spielt die notwendigen Pakete aus den Paketquellen von Raspbian ein, entpackt die Fotogalerie (das Archiv muss im selben Verzeichnis liegen) und ändert ein paar Verzeichnisse und Links.

Nach der Installation erreichen Sie die Webgalerie unter http://RasPi-IP (Abbildung 3). Da das neue Kopierskript die notwendigen Vorschaubilder schon beim Sichern der Fotos erstellt, gibt es weder Probleme hinsichtlich der Performance noch Schwierigkeiten mit den Zugriffsrechten. Photo Archive würde auf Wunsch die Thumbnails sogar automatisch beim ersten Zugriff berechnen, doch der Vorgang benötigt (besonders bei größeren Datenmengen) einiges an Zeit, und der Webserver bräuchte zusätzlich Schreibrechte auf das Thumbnail-Verzeichnis.

Abbildung 3: Die Vorschaubilder erstellt der Fototank schon beim Kopieren der Daten.

Den ursprünglichen Code von Photo Archive hat der Autor minimal angepasst. Insbesondere lädt das Programm in der Fototank-Version alle Komponenten lokal vom RasPi und zeigt die Verzeichnisse umgekehrt sortiert an. Neben der eigentlichen Anwendung landen auch eine Reihe von nützlichen Tools auf dem Server: So lässt sich zum Beispiel über den Menüpunkt System der aktuelle Systemstatus abrufen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Foto-Backup mit dem RasPi

    Wer gern unterwegs fotografiert, braucht ein mobiles Backup-Medium für die Fotos, um den Digicam-Speicher für neue Schnappschüsse freizumachen. Ein RasPi eignet sich perfekt als Basis für einen solchen Foto-Tank.

  • Mini-Router von GL.iNet als Ergänzung zum RasPi

    Der kompakte Router GL.iNet dockt problemlos am Raspberry Pi an und erweitert diesen um einen Access Point samt Server-Funktion.

  • Raspberry autark betreiben

    Häufig verrichtet ein RasPi seinen Dienst ohne die Notwendigkeit von Monitor oder Tastatur – unabdingbar bleibt hingegen der Kontakt ins Netzwerk. Dafür gibt es verschiedene Alternativen.

  • Pi-Point: Raspberry Pi als WLAN-Zugangspunkt

    Zusammen mit einem unterstützten WLAN-Stick machen Sie aus dem Raspberry Pi einen WLAN-Access-Point, über den Sie mit Mobilgeräten auf das eigene LAN oder das Internet zugreifen.

  • Der Raspberry Pi 3 Model B im Detail

    Viele Raspberry-Fans wünschten sich für die nächste Generation des Mini-Computers USB 3.0, SATA-Schnittstelle und Gigabit-Ethernet. Dies alles bietet der Raspberry Pi 3 nicht, dafür aber WLAN, Bluetooth und eine schnelle 64-Bit-CPU.

Aktuelle Ausgabe

08/2019
Smarte Hacks

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Immer der Reihe nach

    Mit einer einfachen Schaltung testen Sie Bausteine, die über den SPI-Bus miteinander kommunizieren.

  • Einzigartig

    Eine MAC-Adresse ermöglicht die Kommunikation im Netzwerk. Der 24AA02E48 liefert sie für Setups, die aus grundlegenden Komponenten bestehen.

  • Steinkuchen

    Der Raspberry Pi hat viele Fans, doch nicht ohne Grund sehnen sich viele Anwender nach einem RasPi 4. Der Rock Pi 4 übertrumpft den RasPi 3 in Sachen Leistung um Längen und schlägt sich auch in der Praxis gut.

  • Kerngeschäft

    Der Einstieg in die Welt der Mikrocontroller fällt nicht ganz leicht. Mit dem Nucleo F401RE haben Sie jedoch ein Entwicklerboard samt abgestimmter Entwicklungsumgebung an der Hand.

  • Himbeer-Geräte

    Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.

  • Unter Kontrolle

    PiCockpit ist eine speziell auf den RasPi zugeschnittene Online-Monitoring-Lösung. Wir werfen einen ersten Blick auf den brandneuen und in Ausbau befindlichen kostenlosen Dienst.

  • Ins rechte Licht gesetzt

    Selbst ohne eigenen Garten holen Sie sich Pflanzen mithilfe von LEDs in jeden Raum und sehen ihnen mit dem RasPi beim Wachsen zu.

  • Helligkeit nach Maß

    Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig die Beleuchtung manuell nachregeln möchte, der spannt dafür einen PiXtend ein.

  • Geschrumpft

    Kleine Bildschirme gibt es zwar viele, aber der Support von Raspbian ist überraschend schlecht. Mit ein paar Tricks erzielen Sie trotzdem ein optimales Ergebnis.

  • Brüllwürfel

    Kompakt-Stereoanlagen mit CD-Spieler und Kassettendeck sind inzwischen oft ein Fall für den Recyclinghof – oder für die digitale Wiederbelebung mit einem RasPi und etwas Geschick.