NanoPi Neo und NanoPi 2 Fire im Test

© natika, 123RF

Himbeerquartett

Täglich wächst die Zahl der Hersteller von ARM-basierten Kleincomputern. Mit dem NanoPi Neo, noch kleiner als der Pi Zero und ebenso günstig, schaffte es die Firma FriendlyARM in die Schlagzeilen. Wir haben uns den Neo und seinen Bruder NanoPi 2 Fire angesehen.

Ein neuer Hersteller von ARM-Rechnern kann kaum noch eine Schlagzeile einheimsen – zu wenig Unterschiede gibt es inzwischen bei den verschiedenen Implementationen. Umkämpfter ist da die Krone beim minimalen Formfaktor und beim taschengeldfreundlichen Preis. Der Bastler aber begrüßt jede weitere Option, da auch kleine Unterschiede für einzelne Projekte den Ausschlag geben können.

Wir stellen hier zwei Geräte aus der NanoPi-Serie von FriendlyARM [1] vor. Der chinesische Hardware-Hersteller bietet außer SoCs weiteres Zubehör an, wie etwa Displays und Sensoren. Im Fokus stehen hier der NanoPi Neo sowie der NanoPi 2 Fire. Der Neo fällt sehr klein und minimalistisch aus; der Fire ist kaum größer, jedoch besser bestückt und trotzdem billiger als ein normaler RasPi. Und das Beste: Beide sind in Deutschland im Gegensatz zum Pi Zero jederzeit lieferbar [2].

Die Abbildung 1 bietet einen Größenvergleich zwischen – von links nach rechts – NanoPi Neo, Pi Zero, NanoPi 2 Fire und einem regulären RasPi. Die Tabelle "Hardware-Ausstattung" zeigt eine Auswahl der wichtigsten Features der Geräte.

Abbildung 1: Die NanoPis im direkten Größenvergleich mit den Produkten der Raspberry Pi Foundation. Von links nach rechts: Neo, Pi Zero, NanoPi 2 Fire und RasPi.

Hardware-Ausstattung

Board

Prozessor

Kerne

Takt

Grafik

RAM

Netz

USB

Sonstiges

NanoPi Neo

Allwinner H3 (Cortex-A7, ARMv7) 

4

1,2 GHz

256 oder 512 MByte

Ethernet 100 Mbit/s

USB 2.0 (zwei über Pinleiste)

UART vorhanden, 24 GPIOs und weitere Anschlüsse nachlötbar

NanoPi**2 Fire

Samsung SP54418 (Cortex-A9, ARMv7)

4

1,4 GHz

HDMI, LCD

1 GByte

Ethernet 1000 Mbit/s

USB 2.0

40 GPIOs Pi-kompatibel, zwei Hardware-Taster, Kameraanschluss

Raspberry Pi**Zero

Broadcom BCM2835 (ARM11, ARMv6) 

1

1 GHz

Mini-HDMI, Composite nachlötbar

512 MByte

n.a.

Micro-USB OTG

40 GPIOs nachlötbar, Kameraanschluss

Raspberry Pi**3

Broadcom BCM2837 (Cortex-A53, ARMv8)

4

1,2 GHz

HDMI, LCD, Composite

1 GByte

Ethernet 100 Mbit/s, WLAN, Bluetooth

4 USB 2.0

GPIOs vorhanden, Kameraanschluss

NanoPi Neo

Als Kernstück des NanoPi Neo fungiert ein Allwinner-H3-Chip. Der Quadcore neigt unter längerer Volllast zum Überhitzen – aber wer kleine SoCs zum Numbercrunching verwendet, hat sowieso die falsche Plattform gewählt. Kritischer ist da schon die fehlende Mainstream-Unterstützung der Plattform, insbesondere beim Grafikchip Mali400 – das spielt beim Neo aber keine Rolle. Ebenfalls zum Flaschenhals könnte die Speicherausstattung werden: Den Neo gibt es in einer 256- und einer 512-MByte-Version. Die erste Variante stellt eigentlich zu wenig Speicher für die vier Cores bereit.

Genau wie beim Pi Zero ist beim NanoPi Neo die GPIO-Leiste nicht eingelötet. Während der Zero aber die volle 40-Pin-RasPi-Leiste zumindest unterstützt, mangelt es dem Neo mit seinen 24 Pins hier an Kompatibilität. Weitere wichtige Unterschiede betreffen die Schnittstellen: Der Neo verzichtet auf einen HDMI-Ausgang, wartet dafür jedoch mit einem Fast-Ethernet-Anschluss sowie einem Standard-USB-Port auf. Bastler können weitere zwei USB-Ports über eine Stiftleiste ansprechen, die entsprechenden Lötstellen sind vorhanden. Zum Debugging gibt es einen UART-Anschluss für eine serielle Konsole.

Der NanoPi Neo erscheint also erst einmal prädestiniert für kleinere Server-Aufgaben. Rechen-Power bringt er reichlich mit, die I/O-Leistung ist freilich beschränkt. Der Pi Zero erscheint für diesen Einsatzzweck nicht attraktiv, denn wer den fehlenden Ethernet-Port per USB nachrüstet, verliert den einzigen USB-Anschluss, der darüber hinaus nur mit OTG-Kabel funktioniert. Mit passivem Hub kommt der Zero zudem schnell an seine Stromgrenzen und unterstützt damit Ethernet und Massenspeicher nicht gleichzeitig (WLAN und Tastatur sind allerdings kein Problem).

Der NanoPi Neo kostet 12,90 Euro, womit er nominell etwas teurer ausfällt als der Pi Zero. Lässt man sich Letzteren aber mit allen Adaptern (Mini-HDMI, OTG-Kabel) aus England liefern, kommt man etwa auf denselben Preis.

NanoPi 2 Fire

Der NanoPi 2 Fire gibt sich besser ausgestattet als der Neo, aber immer noch minimalistisch im Vergleich zum RasPi. Das schlägt sich allerdings auch im Preis von 30 Euro nieder. Im Gegensatz zum NanoPi Neo bietet der Fire eine RasPi-kompatible GPIO-Leiste, dazu Anschlüsse für Kamera und Display (sowohl HDMI als auch LCD). Außerdem glänzt er mit einem Gigabit-Ethernet-Anschluss (Realtek-Chip), verfügt aber nur über einen einzelnen USB-Port. Zwei Hardware-Taster – beim RasPi schmerzlich vermisst – ergänzen die Ausstattung.

Als CPU verwendet der NanoPi 2 Fire einen Samsung-Chip des Typs S5P4418. Der unterstützt laut Datenblatt im Multimedia-Bereich alle gängigen Formate durch Hardware-Beschleunigung – H.265 fehlt allerdings. Ansonsten takten die vier Cores des Prozessors bis maximal 1,4 GHz. Den Kernen steht mit 1 GByte RAM genauso viel Arbeitsspeicher zur Verfügung wie den Cores des RasPi 3.

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