Owncloud-Fork Nextcloud auf dem RasPi im Praxistest

Clients

Um auf Ihre Nextcloud-Installation zuzugreifen, müssen Sie nicht unbedingt einen Webbrowser öffnen. Netzwerkfähige Dateimanager wie Files (ehemals Nautilus) aus Gnome oder das KDE-Pendant Dolphin können über WebDAV die Cloud-Speicher ohne weitere Programme öffnen. Dazu geben Sie etwa in Files davs://beispiel.ddnss.de/nextcloud/remote.php/webdav als URL in die per [Strg]+[L] geöffnete Adresszeile ein. In Dolphin ersetzen Sie die Angabe des Protokolls am Anfang der URL mit webbdavs://[...].

Anschließend arbeiten Sie dann mit den entfernt gespeicherten Daten genauso wie mit lokalen Files. Um ähnlich wie bei Dropbox Dateien und Ordner zwischen den angebundenen Rechnern abzugleichen, benötigen Sie jedoch ein Client-Programm. Bisher gibt es nur für Android eine eigene Nextcloud-App, auf dem PC müssen Sie noch auf den Owncloud-Client zurückgreifen. Den finden Sie inzwischen in den Paketquellen diverser Distributionen (Debian/Ubuntu: owncloud-client).

Als Serveradresse geben Sie beim Einrichten des Clients die URL https://Beispiel.ddnss.de/nextcloud an. Danach folgen Sie den Anweisungen des Einrichtungsassistenten. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollten Sie als Speicherort das Verzeichnis ~/Nextcloud/ anstatt ~/ownCloud vorgeben. Im Anschluss kopiert der Client die bislang auf dem Server gespeicherten Daten ins ausgewählte Verzeichnis. Kopieren Sie weitere Dateien dorthin, landen diese automatisch auf dem Nextcloud-Server.

Die Installation der Nextcloud-App für Android gelingt über den Google Play Store [8]. Bis auf eine leicht andere Farbgebung unterscheidet sich die Smartphone-App kaum vom Owncloud-Pendant (Abbildung 6), anders als das "Original" kostet sie jedoch nichts. Die Owncloud-App müssten Sie entweder für 0,79 Euro kaufen oder über den Open-Source-Market F-Droid einspielen [9]. Eine Nextcloud-App für iOS gibt es derzeit noch nicht, die Owncloud-App für Apple-Geräte [10] funktioniert jedoch auch mit einer Nextcloud-Installation – ähnlich wie die Desktop-App.

Abbildung 6: Für Android gibt es bereits eine offizielle Nextcloud-App. Diese lässt sich im Gegensatz zum Owncloud-Pendant kostenlos aus dem Play Store installieren.

Fazit

Noch unterscheidet sich Nextcloud kaum von Owncloud – für Einsteiger ist es daher im Moment noch egal, ob sie mit dem Original oder dem Fork loslegen. Da das Gros der Entwickler nun aber bei Nextcloud arbeitet, dürften Neuerungen vermutlich künftig eher dort auftauchen. Zu den ersten Features dürften Audio- und Video-Chats über die Spreed.me-Software zählen. Ob Owncloud ähnlich wie OpenOffice.org oder MySQL in die zweite Riege abrutscht, bleibt abzuwarten.

Im Zusammenspiel mit dem Raspberry Pi funktioniert Nextcloud gut – allerdings sollten Sie nicht gleich Dutzende Anwender auf den Nextcloud-RasPi loslassen. Die größte Einschränkung liegt nach wie vor beim geringen Datendurchsatz des Mini-Rechners, da sich die USB-Ports und die Netzwerkschnittstelle intern einen USB-Port teilen und somit die real erzielbaren Datenraten unter denen eines 100-Mbit/s-Netzwerks liegen. 

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