Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Cat auf Steroiden: Azcat 1.0.5, Dateiintegritätswächter Checkit 0.3.0, Test- und Debugging-Tool Cpumon 2.4, Brot-und-Butter-Webserver Filed 1.16.

Lesehilfe

Die Cat-Alternative Azcat 1.0.5 hat bei der Ausgabe von CSV- und JSON-Dateien die Nase vorn und besticht durch ein leistungsfähiges Syntax-Highlighting.

Das Python-Tool Azcat, kurz az, tritt als Alternative zum bewährten Cat an und punktet dabei durch eine optisch aufbereitete Ausgabe. Dazu ermittelt es den Dateityp über Mime-Type und Magic-Muster und peppt die Ausgabe durch Syntax-Highlighting auf. Rufen Sie Azcat mit dem Parameter --help auf, präsentiert das Tool seine wenigen Konfigurationsoptionen. Anders als das klassische Cat beherrscht es weder Zeilennummerierung noch die Anzeige des Zeilenendezeichens.

Dafür wartet Azcat mit einer in Python implementierten Pretty-Printer-Funktion auf, über die es Dateiformate wie CSV, HTML oder JSON übersichtlicher darstellt. Sie aktivieren das beim Programmstart über den Parameter --with-formatter oder kurz -f. Azcat erkennt anhand der Dateierweiterung, um welches Dokumentenformat es sich handelt, und setzt die entsprechenden Ausgabeeinstellungen.

Sollen größere Dateien nicht einfach über den Bildschirm rauschen, lenken Sie mithilfe des Parameters -P die Ausgabe in den Pager Less um, sodass Sie bequem in der Ausgabe blättern können. Den verwendeten Pager haben die Entwickler fest im Quellcode von Azcat implementiert, via Parameter lässt er sich nicht austauschen.

Die Online-Dokumentation zu Azcat fällt eher sparsam aus, eine Manpage fehlt ganz. Wenigstens liegt dem Quellarchiv eine requirements-Datei bei, was die Installation des Tools sehr erleichtert.

Azcat 1.0.5

★★★

Lizenz: Public Domain

Quelle: https://pypi.python.org/pypi/azcat/

Dateiwächter

Über eine Reihe von nützlichen Funktionen behalten Sie mit Checkit 0.3.0 die Integrität von Dateien und Verzeichnissen im Auge.

Mithilfe des Konsolen-Tools Checkit behalten Sie die Integrität der Dateien auf Ihrem System im Auge. Dazu erstellt Checkit für die angegebenen Dateien und Verzeichnisse Prüfsummen auf Basis des CRC-64-Algorithmus.

Zum Berechnen einer Prüfsumme für eine Datei rufen Sie Checkit mit dem Parameter -s auf, gefolgt vom Dateinamen. Das Resultat gibt das Programm in der Standardausgabe aus und speichert den Wert außerdem als erweitertes Attribut im Dateisystem. Das klappt aber nur bei den klassischen Linux-Dateisystemen Ext2/3/4, Btrfs sowie einigen Exoten wie XFS oder JFS. Um später die aktuelle Prüfsumme mit der gespeicherten zu vergleichen, starten Sie Checkit mit dem Parameter -c, gefolgt vom Dateinamen.

Um Prüfsummen eines Verzeichnisbaums bequem zu erzeugen, stellt die Software den Parameter -r ("recursive") bereit. Kombinieren Sie diesen mit -s oder -c, lassen sich schnell Prüfsummen für ein ganzes Verzeichnis erzeugen respektive die Ergebnisse mit früheren Werten vergleichen.

Um falschen Alarmen vorzubeugen, ist es wichtig, nach Änderungen die hinterlegte Prüfsumme einer Datei zu aktualisieren. Dazu rufen Sie Checkit mit den Parametern -s und -o auf, gefolgt vom Dateinamen. Um sicherzustellen, dass Sie eine Prüfsumme nicht versehentlich aktualisieren, unterbinden Sie mit dem Parameter -d das Aktualisieren für eine bestimmte Datei deaktivieren. Nicht mehr benötigte Prüfsummen entfernen Sie mithilfe des Parameters -x.

Eine interessante Funktion stellt der Export von Prüfsummen in eine versteckte Datei dar. Mit dem Parameter -i legen Sie diese Prüfsummen später wieder als erweiterte Attribute ab. Das erleichtert beispielsweise Integritätsprüfungen auf Rechnern, für die Sie noch keine Prüfsummen erstellt haben. Mit den Prüfsummen eines sauberen Computers erkennen Sie schnell, ob das System verändert wurde.

Checkit 0.3.0

★★★★

Lizenz: GPLV3

Quelle: http://dennisk.customer.netspace.net.au/checkit.html

Lastprüfer

Mit Cpumon 2.4 erhalten Sie nicht nur einen CPU-Monitor, sondern gleich eine komplette Testsuite für den Prozessor.

Mit dem Werkzeug Cpumon überwachen Sie die CPU-Auslastung auf Multicore-Systemen wie dem Raspberry Pi. Der Monitor fasst die Auslastung der CPU in einer übersichtlichen Ausgabe zusammen.

Nach dem Start prüft Cpumon, ob Eichdaten für das aktuelle System vorliegen, die es standardmäßig in der Datei /var/lib/cpumon/calibration.txt erwartet. Nach einer Neuinstallation fehlt diese Datei in der Regel. In diesem Fall nimmt Cpumon eine neue Eichung vor. Dazu ermittelt es die Lastdaten des letzten CPU-Kerns und speichert die ermittelten Werte in der besagten Datei ab. Soll ein anderer Prozessorkern als Eichquelle dienen, übergeben Sie dessen Nummer beim Aufruf mit dem Parameter -c. Zur Erstellung der Eichdatei muss Cpumon mit Administratorrechten laufen, für spätere Prüfungen genügen Benutzerrechte.

Starten Sie Cpumon ganz ohne Parameter, überwacht es die Systemlast der Prozessorkerne und gibt sie alle fünf Sekunden auf die Standardausgabe aus. Gegebenenfalls legen Sie beim Aufruf über -t ein anderes Ausgabeintervall fest. Normalerweise beschränkt sich Cpumon bei seiner Ausgabe auf das Wesentliche – benötigen Sie ausführlichere Informationen, erhöhen Sie dazu über den Parameter -v die Geschwätzigkeit von des Tools.

@NL:Neben dem Überwachungswerkzeug cpumon enthält das Quellarchiv auch das Last-Tool load. Damit setzen Sie zu Testzwecken alle oder nur bestimmte Prozessorkerne des Systems unter Last. Die gewünschte Auslastung legen Sie mit dem Parameter -l fest.

Cpumon 2.4

★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.softndesign.org/codes/c/cpumon/

Lieferdienst

Mit dem gertenschlanken Server Filed 1.16 implementieren Sie schnell und einfach statische Webauftritte im privaten und Home-Office-Bereich.

Möchten Sie im heimischen Netzwerk lediglich statische Seiten und Dateien bereitstellen, benötigen Sie dazu keinen ausgewachsenen Webserver wie Apache oder Nginx. Mit Filed klappt das auch einige Nummern kleiner und wesentlich ressourcenschonender, wenn auch ohne die Darstellung dynamischer Inhalte. Im Gegensatz zu vielen anderen Webservern verwendet Filed keine Konfigurationsdatei, sondern nutzt stattdessen wenige Kommandozeilenparameter, die sich auf die wesentlichen Funktionen beschränken. Um den Server regelmäßig mit denselben Einstellungen zu starten, legen Sie für den Aufruf entweder ein Shell-Skript oder ein Shell-Alias an.

Um schnell eine Webseite bereitzustellen, rufen Sie Filed mit dem Parameter --root auf, gefolgt vom Dokumentenverzeichnis. Der Webserver wartet dann an allen Schnittstellen auf Port 80 auf Verbindungen. Soll Filed als Dienst im Hintergrund laufen, geben Sie zusätzlich den Parameter --daemon mit. Soll der Server nur auf bestimmten Schnittstellen oder an einem anderen Port auf Verbindungen warten, legen Sie diese über --bind und --port explizit fest. Weitere Parameter wie --cache oder --thread nehmen Einfluss auf die Reaktionszeit und die Skalierung des kleinen Webservers.

Um zu vermeiden, dass Filed als root unterwegs ist, definieren Sie mit dem Parameter --user ein Benutzerkonto, in das der Server nach dem Start wechselt. Der Aufruf selbst erfordert dennoch Root-Rechte, da Filed unter anderem ein Chroot vornimmt, wenn Sie ihn mit dem Parameter --root starten.

Läuft Filed nicht als Dienst, dann schreibt er Fehlermeldungen und Verbindungsdaten auf die Standardausgabe. Mit dem Parameter --log landen diese Informationen stattdessen in einer Protokolldatei, wie es sich für den Betrieb als Serverdienst gehört. Um die Pflege des Logs, wie etwa die Log-Rotation, müssen sich Sie dann jedoch selbst kümmern. 

Filed 1.16

★★★★

Lizenz: BSD 2-claused

Quelle: http://filed.rkeene.org/fossil/index

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