Editorial 03/2016

Happy Birthday!

Chefredakteur Jörg Luther gratuliert dem Raspberry Pi zum vierten Geburtstag – und freut sich jetzt schon auf das zehnjährige Jubiläum des Mini-Rechners.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

der Raspberry Pi feierte dieser Tage seinen vierten Geburtstag: Am 29. Februar 2012 erblickte das erste Modell der SBC-Familie offiziell das Licht der Welt, Anfang März 2016 stieg in Cambridge die Geburtstagsparty (siehe Bilder).

Was als engagiertes Bildungsprojekt einiger britischer Enthusiasten begann, hat sich zu einem der meistverkauften und beliebtesten Computermodelle aller Zeiten entwickelt. Nicht weniger als 8 Millionen RasPis haben bereits ihren Weg in Kinderzimmer, Schulen, Bastelstuben, Universitäten und mit dem AstroPi-Projekt sogar in den Weltraum gefunden. Ich denke, für den Erfolg des pfiffigen Mini-Rechners waren vor allen Dingen zwei Gründe ausschlaggebend.

Zum einen hat sich die Raspberry Pi Foundation beim Entwurf des ersten Raspberry Pi wie auch beim Design seiner Nachfolger von vornherein auf das Wesentliche beschränkt. Dadurch ließ sich der Preis für das Board und die notwendigen Komponenten stets in einem überschaubaren Rahmen halten, der Zwerg blieb und bleibt für jedermann erschwinglich. Ja, es lässt sich auf hohem Niveau über das ein oder andere Feature jammern, dass die jeweils neueste RasPi-Iteration vermissen lässt – auf der Redaktionsliste stehen da ganz oben SATA und zwei Gigabit-Ethernet-Ports. Aber wer wirklich mehr braucht, als der RasPi bietet, wird auf dem SBC-Markt problemlos fündig – allerdings zu Preisen, die deutlich über jenen des RasPi liegen.

"Raspberry Pi is not a computer company, it's a community" – Eben Upton

Als zweiter Erfolgsfaktor aber lässt sich ganz klar die Entscheidung der Raspberry Pi Foundation ausmachen, ihren Mini-Rechner mit einem freien Betriebssystem in Form des Debian-Ablegers Raspbian auszuliefern. Das sicherte dem RasPi von Anfang an die Unterstützung einer millionenfachen Community rund um den Globus, die den Mini-Rechner nicht nur blitzschnell ins Herz schloss und für ihre Projekte adaptierte, sondern ihn auch tatkräftig mit Ideen, Software und nicht zuletzt Publicity unterstützte.

Mit seinem diesjährigen Jubiläum hat der Raspberry Pi aber seine Grenzen noch lange nicht ausgelotet, sein Siegeszug beginnt zweifellos gerade erst. Über den Community- und Maker-Bereich hinaus steigt der RasPi eben erst in das Feld industrieller und kommerzieller Anwendungen ein, das Internet of Things und der damit einhergehende Bedarf an Embedded-Computern dürfte dem Raspberry Pi zusätzlich eine rege Nachfrage bescheren.

Meine Redaktionskollegen und ich wünschen dem RasPi an dieser Stelle alles Gute und freuen uns jetzt schon darauf, zusammen mit der Foundation und mit Ihnen im März 2022 den zehnten Raspberry-Pi-Geburtstag feiern zu können.

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

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