Schlanke Webbrowser unter Raspbian

Netrik

Netrik [8] platziert sich als mit Abstand sparsamster Text-Browser im Testfeld (Abbildung 9): Er begnügt sich mit 4,3 MByte Arbeitsspeicher und 655 KByte Plattenplatz. Allerdings bietet er auch die wenigstens Features und beherrscht insbesondere als einziger Browser im Feld kein HTTPS. Die letzte Veröffentlichung stammt zudem von Mitte 2009 – dass der Browser doch noch irgendwann HTTPS-Unterstützung erhält, erscheint also mehr als fraglich.

Abbildung 9: Netrik zeigt viele Farben und Sonderzeichen – aber immer auf schwarzem Hintergrund.

Geschwindigkeitsvergleich

Während ein Geschwindigkeitsvergleich bei den grafischen Webbrowsern eher schwerfällt, bieten vier der Text-Browser dazu die Kommandozeilenoption -dump. Sie lädt eine als Parameter angegebene Webseite herunter und gibt sie gerendert auf STDOUT aus. Für die LinuxUser-Homepage ergaben sich auf einem Pentium MMX mit 166 MHz Taktrate von 1997 folgende Zeiten:

  • Links2: 1,66 Sekunden
  • W3m: 2,21 Sekunden
  • Lynx: 2,43 Sekunden
  • ELinks: 3,65 Sekunden

Überraschenderweise markieren hier die beiden Geschwister Links2 und ELinks mit einem Geschwindigkeitsunterschied um den Faktor 2 die entgegengesetzten Enden der Rangliste. Zwar kennt Netrik auch den Dump-Mode, zeigt jedoch vor dem Anzeigen der Webseite potenzielle HTML-Fehler an, die man erst mit [Enter] quittieren muss. Damit lässt sich die Ladezeit nur schwierig messen.

Nicht getestete Features und Webbrowser

Unterstützung für SSL-Client-Zertifikate erhielten Links2 und Lynx erst nach der Veröffentlichung von Debian 8. Die Versionen auf unserer Testplattform beherrschten das entsprechend noch nicht.

Flash [9] sollte man schon an und für sich meiden [10]. Auf alten Rechnern empfiehlt es sich noch viel mehr, diesem ausgesprochenen Ressourcenfresser aus dem Weg zu gehen.

Der Autor wollte auch noch Arachne [11] testen. Der ursprünglich für DOS geschriebenen Webbrowser läuft auch auf Linux, hier unter Zuhilfenahme der (bei Debian nicht mehr mitgelieferten) SVGAlib [12]. Auch Links2 kann – passend kompiliert – dieses Bibliothek nutzen. Leider gab es bei Arachne jedoch außer Crashes nichts zu sehen.

Weitere nicht (oder nicht mehr) in Debian verfügbare Browser – allesamt mit Links2 und ELinks verwandt – führt die ELinks-History [13] auf.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Heft-DVD 02/2016

    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial des Raspberry Pi. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur die neusten Distributionen für den Mini-PC, sondern gleichzeitig auch die passenden Programme zu den Artikeln.

  • Raspberry Pi als Desktop-Allrounder mit Q4OS

    Der Raspberry Pi kann nicht nur messen und steuern, sondern glänzt mit einem geeigneten Betriebssystem wie Q4OS auch durchaus als Desktop-Rechner für den Alltagseinsatz.

  • Ersatzrechner für den Notfall

    Taugt der RasPi nicht nur zum Basteln und Experimentieren, sondern auch als Desktop-Ersatz, mit dem auch Windows-Nutzer zurechtkommen? Ja, aber…

  • Workshop: RISC OS auf dem RasPi (Teil 1)

    Die Geschichte von RISC OS war von Anfang an eng mit jener der ARM-Prozessoren verbunden. So verwundert es nicht, dass sich das schlanke Betriebssystem auch auf dem Raspberry Pi durch geringen Ressourcenverbrauch und hohe Leistung auszeichnet.

  • RISC OS für den Raspberry Pi 2

    Mit dem aktuellen Release RC14 legt das Projekt um RISC OS ordentlich nach: Das System arbeitet jetzt nicht nur kompatibel zu allen RasPi-Varianten, sondern bringt auch diverse Neuerungen mit.

Aktuelle Ausgabe

08/2019
Smarte Hacks

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Immer der Reihe nach

    Mit einer einfachen Schaltung testen Sie Bausteine, die über den SPI-Bus miteinander kommunizieren.

  • Einzigartig

    Eine MAC-Adresse ermöglicht die Kommunikation im Netzwerk. Der 24AA02E48 liefert sie für Setups, die aus grundlegenden Komponenten bestehen.

  • Steinkuchen

    Der Raspberry Pi hat viele Fans, doch nicht ohne Grund sehnen sich viele Anwender nach einem RasPi 4. Der Rock Pi 4 übertrumpft den RasPi 3 in Sachen Leistung um Längen und schlägt sich auch in der Praxis gut.

  • Kerngeschäft

    Der Einstieg in die Welt der Mikrocontroller fällt nicht ganz leicht. Mit dem Nucleo F401RE haben Sie jedoch ein Entwicklerboard samt abgestimmter Entwicklungsumgebung an der Hand.

  • Himbeer-Geräte

    Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.

  • Unter Kontrolle

    PiCockpit ist eine speziell auf den RasPi zugeschnittene Online-Monitoring-Lösung. Wir werfen einen ersten Blick auf den brandneuen und in Ausbau befindlichen kostenlosen Dienst.

  • Ins rechte Licht gesetzt

    Selbst ohne eigenen Garten holen Sie sich Pflanzen mithilfe von LEDs in jeden Raum und sehen ihnen mit dem RasPi beim Wachsen zu.

  • Helligkeit nach Maß

    Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig die Beleuchtung manuell nachregeln möchte, der spannt dafür einen PiXtend ein.

  • Geschrumpft

    Kleine Bildschirme gibt es zwar viele, aber der Support von Raspbian ist überraschend schlecht. Mit ein paar Tricks erzielen Sie trotzdem ein optimales Ergebnis.

  • Brüllwürfel

    Kompakt-Stereoanlagen mit CD-Spieler und Kassettendeck sind inzwischen oft ein Fall für den Recyclinghof – oder für die digitale Wiederbelebung mit einem RasPi und etwas Geschick.