Schlanke Webbrowser unter Raspbian

Links2

Links 2.8 [4] agiert als echter Zwitter: Sie können ihn sowohl als Text-Browser auf der Konsole (Abbildung 3) als auch unter X als grafische Anwendung (Abbildung 4) nutzen. Rufen Sie nur links2 auf, startet die Text-Variante, über links2-g oder das Shellskript xlinks2 gelangen Sie in ein grafisches Fenster. Zusätzlich funktioniert links2 -g auf der Konsole ebenfalls als grafischer Browser, dann aber mit dem Framebuffer. Im Gegensatz zu NetSurf funktioniert das mit Links2 problemlos.

Abbildung 3: Links2 als Textbrowser in einem X-Terminal …
Abbildung 4: … und unter X in Schweizerdeutsch.

Selbst im grafischen Modus braucht Links2 unter 20 MByte Arbeitsspeicher. Auf der Platte belegt er gut 3 MByte – größtenteils, weil es seine eigenen Schriftarten und zahlreiche Lokalisierungen mitbringt, zum Beispiel für Schweizerdeutsch. Das Menü am oberen Rand erscheint erst, wenn Sie auf die dortige Leiste klicken oder [F10] drücken; vorher sehen Sie dort nur einen Pfeil nach links als Zurück-Button. Browser-Tabs beherrscht Links2 nicht, kann allerdings mehrere X-Fenster öffnen. Aus dem Terminal-Fenster heraus öffnet er dazu weitere solcher Fenster.

Die Rendering-Engine von Links2 ist gewöhnungsbedürftig: Da sie sowohl für den Text- als auch den grafischen Modus zum Einsatz kommt, sieht die grafische Variante sehr wie ein Text-Modus mit proportionalen statt dicktengleichen Schriftarten aus. Auch alle Menüs und Dialoge erinnern sehr an den Text-Modus. Bilder zeigt Links2 nur im grafischen Modus an, sowohl unter X als auch im Framebuffer. Im Text-Modus greift er auf externe Bildbetrachter zurück (Abbildung 4).

W3m

Mit W3m [5] verlassen wir fast schon die grafische Umgebung. Als Webbrowser im Textmodus stellt er alle Texte in der Schriftart des Terminals dar, nur in unterschiedlichen Farben sowie gegebenenfalls in Fettschrift. Installieren Sie aber den sogenannten Inline-Image-Support (Debian: Paket w3m-img, dann legt der Browser Bilder via Framebuffer oder X über das Text-Terminal, sodass es aussieht, als wären sie Bestandteil des Fensters (Abbildung 5).

Abbildung 5: W3m im Terminal-Fenster mit geladenen Bildern.

In der Version 0.5.3 belegt W3m gut 2,1 MByte Plattenplatz. Für das Anzeigen der LinuxUser-Webseite braucht er rund 10 MByte Arbeitsspeicher, das Anzeigen der schlägt mit nochmals 7 MByte zu Buche. Ein großer Unterschied zu anderen Textmodus-Webbrowsern: W3m bewegt einen Cursor durch die Webseite, wie bei einem Texteditor. Das genaue Verhalten des Cursors legen Sie in den Einstellungen fest. Bei der Konkurrenz dagegen springen Sie mit den Pfeiltasten von Link zu Link beziehungsweise zu Formularfeldern.

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