Raspberry Pi als Desktop-Allrounder mit Q4OS

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Vollwertkost

Der Raspberry Pi kann nicht nur messen und steuern, sondern glänzt mit einem geeigneten Betriebssystem wie Q4OS auch durchaus als Desktop-Rechner für den Alltagseinsatz.

Der Raspberry Pi hat sich im Laufe der Jahre einen guten Namen als preiswertes Basissystem für viele spezialisierte Anwendungen gemacht. Der RasPi 2 Model B mit seinem leistungsstarken Vierkern-Prozessor und vergrößertem Arbeitsspeicher bietet sogar mehr Rechenleistung als so mancher etwas betagtere Desktop-PC. Mit der deutschen Linux-Distribution Q4OS in der Armhf-Portierung schickt sich jetzt ein schlankes Raspbian-Derivat an, den RasPi auch als vollwertige Alternative zum voluminösen Desktop-PC in Stellung zu bringen.

Installation

Um den Raspberry Pi mit Q4OS zum vollwertigen Allrounder zu machen, benötigen Sie neben einer mindestens 4, besser jedoch 8 GByte großen SDHC- oder Micro-SD-Karte lediglich das passende ZIP-Archiv von Q4OS [1]. Achten Sie beim Kauf der SD-Karte auf deren Geschwindigkeit, da hiervon auch die Latenzzeiten des RasPi abhängen: Class-10- oder UHS-Class-1-Karten, die maximale Transfergeschwindigkeiten von etwa 10 MByte/s gestatten, eignen sich erheblich besser für die Nutzung mit dem Raspberry Pi als die nur wenig preiswerteren Class-4- oder Class-6-Karten. Die entsprechende Geschwindigkeitsklasse der Speicherkarte finden Sie auf dieser aufgedruckt.

Laden Sie zunächst das rund 385 MByte große ZIP-Archiv herunter und entpacken Sie es dann mithilfe eines entsprechenden Programms in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Anschließend installieren Sie die dabei zum Vorschein gekommene Abbilddatei auf der Speicherkarte. Unter Linux als Desktop-Betriebssystem verwenden Sie dazu Bordmittel.

Sehen Sie zunächst im Terminal mit dem Befehl df -h nach, unter welcher Bezeichnung die SD-Karte in das System eingebunden ist. Anschließend werfen Sie das Medium mit dem Befehl umount /dev/Device aus, wobei Sie Device durch die korrekte Bezeichnung der SD-Karte auf Ihrem System ersetzen. Üblicherweise spricht Linux SD-Karten über den Device-Namen mmcblk0 an. Um das Image auf die Speicherkarte zu befördern, geben Sie am Prompt im Terminal anschließend einfach folgenden Befehl ein:

$ sudo dd if=/<I>Pfad<I>/<I>zum<I>/<I>IMG<I> of=/dev/<I>Device<I> bs=4M<C>

Der Kopiervorgang dauert etwas länger, wobei das System keine Rückmeldungen abgibt (siehe Kasten "Coreutils 8.24"). Nach einigen Minuten ist das Image komplett auf der SD-Karte installiert und Sie können die Karte nach dem Leeren des Schreibpuffers mithilfe des Befehls sync aus Ihrem Kartenleser oder Computer entfernen.

Unter Windows empfiehlt sich zur Anlage der startfähigen Speicherkarte das kostenfreie Programm Win32 Disk Imager, das Sie im Internet erhalten [2]. In dessen Programmfenster geben Sie einfach im Auswahlfeld Image File den Pfad zur Abbilddatei an, während Sie im Feld Device das Laufwerk eintragen. Anschließend klicken Sie unten im Programmfenster auf den Button Write.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Schreibvorgangs schließen Sie die Software mit einem Klick auf OK. Achten Sie bitte penibel darauf, bei der Auswahl des Ziellaufwerks die korrekte Laufwerksbezeichnung auszuwählen: Insbesondere bei mehreren am System angeschlossenen USB-Sticks oder anderen externen Massenspeichern wie Festplatten besteht sonst die Gefahr, dass Sie durch Angabe eines falschen Laufwerksbuchstabens den betroffenen Zieldatenträger komplett und unwiederbringlich löschen.

Coreutils 8.24

Zu den eher ärgerlichen Eigenheiten des Kopierprogramms Dd zählt es, dass das sehr nützliche Tool keinerlei Rückmeldung über den Verlauf seiner Operationen liefert. Eine Anfang Januar 2016 erschienene Aktualisierung behebt zwar das Manko, doch sie findet sich noch nicht in den zu Redaktionsschluss aktuellen Distributionsversionen für den Raspberry Pi. Das wird sich erst ändern, sobald die neueste Version 8.24 der Coreutils in die Repositories Einzug hält, womit Dd dann mit einer Verlaufsanzeige aufwartet.

Erste Schritte

Nach dem Einstecken der Flash-Karte in den Slot des Raspberry Pi fahren Sie diesen hoch. Sobald der Anmeldebildschirm erscheint, melden Sie sich als User pi mit dem Passwort raspberry am System an. Bedenken Sie bitte, dass hier zunächst noch die englische Tastaturbelegung gilt, also auf einer deutschen Tastatur die Buchstaben Y und Z vertauscht sind. Q4OS bootet nach der Authentifizierung zügig in den Desktop TDE. Das Kürzel steht für Trinity Desktop Environment, einen KDE-3-Ableger (Abbildung 1).

Abbildung 1: TDE fungiert als benutzerfreundliche grafische Oberfläche für Q4OS.

Um die SD-Karte vollständig nutzbar zu machen, empfiehlt sich nach dem Start der Arbeitsoberfläche der Wechsel auf eine Konsole. Das gelingt beispielsweise mit der Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[F1]. Nun melden Sie sich neu an und rufen anschließend mit dem Befehl sudo raspi-config das Konfigurationsprogramm auf. Es bietet in einer Ncurses-Menüstruktur verschiedene Optionen zum Anpassen des Systems. Hier wählen Sie gleich den ersten Punkt Expand Filesystem. Danach müssen Sie zur Größenanpassung den RasPi neu starten, was die Routine nach einer Sicherheitsabfrage automatisch ausführt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Grundkonfiguration nehmen Sie unter Q4OS im Terminal vor.

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