Mit dem 3D-Drucker ein maßgeschneidertes Gehäuse für den Raspberry Pi erstellen

© Anatoly Vasilyev, 123RF

Kreativ erweitert

Benötigen Sie ein Raspberry-Pi-Case mit ausreichend Platz für Zusatzkomponenten, wird die Auswahl eng. Dank 3D-Druck erstellen Sie aber leicht ein individuelles Gehäuse für den Pi samt Zubehör.

Ein Gehäuse für einen Raspberry Pi samt Zubehör entwerfen und dann drucken – den Laien stellt das vor einige Herausforderungen und Probleme. Darüber hinaus scheint der Kauf eines 3D-Druckers zwar verlockend, kommt aber aus diversen Gründen – Kosten, Platzbedarf, Zeitaufwand – oft nicht infrage. Dass Sie bei guter Planung trotzdem zum Ziel kommen, zeigt der vorliegende Workshop, der einem Raspberry Pi samt 2,5-Zoll-Festplatte und aktivem USB-Hub (Abbildung 1) ein schönes Gehäuse spendiert.

Abbildung 1: Mithilfe eines 3D-Druckers erhält dieser Raspberry Pi samt allen zusätzlichen Komponenten ein maßgeschneidertes Gehäuse.

Beim Banana Pi R1, den wir in Ausgabe 04/2015 vorgestellt haben [1], genügt für solche Aufrüstaktionen zur Not ein Standardgehäuse aus dem Elektronikhandel, das Sie dann an den richtigen Stellen mit Bohrer, Säge und Feile nachträglich bearbeiten. Schon hier erweist sich die Suche nach einem passenden Case aber mitunter als sehr aufwendig und das Nachbearbeiten gelegentlich als schwierig. Für einen Raspberry Pi kommt solch eine Lösung meist nicht infrage. Der boomende 3D-Druck-Markt verspricht hier eine einfachere und gefälligere, allerdings auch teurere Lösung.

Auswahl von Zusatzkomponenten und Kabeln

Die Standardgehäuse für den Raspberry Pi folgen in aller Regel dem Minimalismus des Mini-PCs. Das ist sogar fast zwangsläufig so, da die Anschlüsse des RasPi sich über alle Seiten der Platine verteilen und nur so ohne Aufwand im Gehäuse Platz finden. Das erweist sich zugleich als eine der großen Hürden bei der Auswahl eines größeren Cases mit Raum für Zusatzkomponenten: In einer entsprechend größeren Schachtel liegen maximal die Anschlüsse von zwei Seiten des Raspberry Pi direkt an den Außenflächen.

Die kurze Seite mit den USB-Anschlüssen und dem LAN-Port fällt dabei schon einmal weg, denn dort hängt die interne Verbindung zum USB-Hub (Datenlink). Die Seite mit dem Stromanschluss muss notgedrungen nach innen zeigen, denn dort liegt ein zweites Kabel zum Hub an, der diesen mit Strom versorgt. Beim ersten RasPi-Modell befindet sich dieser Anschluss an der Längsseite neben dem HDMI-Port, beim Raspberry Pi 2 auf der zweiten kurzen Seite (Abbildung 1).

Die nach allen Seiten abstehenden Kabel erweisen sich als die zweite große Herausforderung: Für die interne Verkabelung wären (sehr) kurze Kabel nützlich, die im Handel jedoch kaum zu finden sind. Der Überschuss an Kabellänge belegt also zusätzlichen Platz im Gehäuse mit Beschlag. Für USB-Verbindungen gibt es übrigens Kabel mit Winkelstecker in verschiedenen Spielarten. Solche Strippen eignen sich für den vorliegenden Zweck recht gut und stehen in relativ kurzen Varianten mit 10, 20 und 30 Zentimeter Länge bereit. Diese Varianten helfen, die Gehäusegröße etwas zu reduzieren.

Auf der Suche nach mehr Strom

Ein Raspberry Pi schafft es nicht, eine 2,5-Zoll-Festplatte mit genug Strom zu versorgen, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Ein aktiver Hub schafft hier Abhilfe. Um zwei Zuleitungen – eine für den Rechner, die zweite für die Platte – zu vermeiden, sollte der Hub zusätzlich den Raspberry Pi mit Betriebsspannung versorgen.

Das gelingt allerdings innerhalb der USB-Spezifikation streng genommen nicht. Zum Glück gibt es Geräte, die hier großzügiger arbeiten und mehr als die geforderten 500 mA liefern. Auf Amazon bewirbt der Hersteller Plugable exakt das vorliegende Szenario mit gleichzeitiger Strom- und Datenverbindung zum Raspberry Pi für seinen USB-Hub mit vier Ports (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein USB-Hub von Plugable ermöglicht es, den Pi gleichzeitig mit Strom und Daten zu versorgen. (Bild: Plugable)

Die Plugable-Hardware hat den Vorteil, dass ihre Ports nach zwei Seiten zeigen. Damit liegen bei geschickter Montage zwei Ports innen und zwei weitere außen. Allerdings befinden sich sowohl der Uplink-Anschluss (idealerweise innen) als auch die Strombuchse (idealerweise außen) an derselben Seite des Gehäuses – es geht halt nichts ohne Kompromisse.

Ein einfacher SATA-USB-Adapter ergänzt das Ensemble. Das Kabel für das Netzwerk führt später durch eine Aussparung in den Raspberry Pi – sicher keine ideale Lösung, aber die verfügbaren Verlängerungskabel fallen schlicht allesamt zu lang aus. Sobald alle Komponenten bereitliegen, geht das Puzzeln auf der Suche nach der optimalen Form des Gehäuses los.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 7 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

08/2019
Smarte Hacks

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Immer der Reihe nach

    Mit einer einfachen Schaltung testen Sie Bausteine, die über den SPI-Bus miteinander kommunizieren.

  • Einzigartig

    Eine MAC-Adresse ermöglicht die Kommunikation im Netzwerk. Der 24AA02E48 liefert sie für Setups, die aus grundlegenden Komponenten bestehen.

  • Steinkuchen

    Der Raspberry Pi hat viele Fans, doch nicht ohne Grund sehnen sich viele Anwender nach einem RasPi 4. Der Rock Pi 4 übertrumpft den RasPi 3 in Sachen Leistung um Längen und schlägt sich auch in der Praxis gut.

  • Kerngeschäft

    Der Einstieg in die Welt der Mikrocontroller fällt nicht ganz leicht. Mit dem Nucleo F401RE haben Sie jedoch ein Entwicklerboard samt abgestimmter Entwicklungsumgebung an der Hand.

  • Himbeer-Geräte

    Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.

  • Unter Kontrolle

    PiCockpit ist eine speziell auf den RasPi zugeschnittene Online-Monitoring-Lösung. Wir werfen einen ersten Blick auf den brandneuen und in Ausbau befindlichen kostenlosen Dienst.

  • Ins rechte Licht gesetzt

    Selbst ohne eigenen Garten holen Sie sich Pflanzen mithilfe von LEDs in jeden Raum und sehen ihnen mit dem RasPi beim Wachsen zu.

  • Helligkeit nach Maß

    Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig die Beleuchtung manuell nachregeln möchte, der spannt dafür einen PiXtend ein.

  • Geschrumpft

    Kleine Bildschirme gibt es zwar viele, aber der Support von Raspbian ist überraschend schlecht. Mit ein paar Tricks erzielen Sie trotzdem ein optimales Ergebnis.

  • Brüllwürfel

    Kompakt-Stereoanlagen mit CD-Spieler und Kassettendeck sind inzwischen oft ein Fall für den Recyclinghof – oder für die digitale Wiederbelebung mit einem RasPi und etwas Geschick.