Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Webgalerie-Generator Lazygal 0.8.8, System-Dashboard Linux-Dash, Proxy-Logtracker Sarg 2.3.10, Webbrowser-Shell Webconsole 0.9.5

Bilderstürmer

Um statische Webgalerien zu erzeugen, greifen Sie am besten zum Generator Lazygal 0.8.8.

Zur Präsentation von Bildergalerien auf Webseiten setzen die meisten Lösungen eine Datenbank und verschiedene PHP-Module voraus. Können Sie auf dynamische Webgalerien verzichten, bietet das Tool Lazygal eine gute Alternative. Die Python-Software implementiert aus den Bildern eines beim Aufruf übergebenen Verzeichnisses eine Reihe von statischen Webseiten, die Sie dann nur noch in Ihren Webspace hochladen. Als reines Konsolenprogramm eignet sich Lazygal auch zum Einsatz über Remote-Verbindungen wie etwa SSH. Haben Sie die entsprechenden Rechte, können Sie Lazygal auch vor Ort ausführen. Die Konfiguration erfolgt über die Konfigurationsdatei ~/.lazygal/config oder über Kommandozeilenparameter. In der Datei legen Sie alle notwendigen Parameter für das Erzeugen einer Galerie fest. Dazu zählt neben dem Ausgabeverzeichnis auch das gewünschte Erscheinungsbild, das Sie mit den Parametern theme und default-style festlegen. Das Quellarchiv enthält bereits vier verschiedene Themes in Form von CSS- und HTML-Dateien, die als Vorlage für eigene Entwürfe dienen können. Weitere Parameter ermöglichen das Anpassen von Bild- und Thumbnail-Größe oder geben den Qualitätswert von JPEG-Bildern vor. Mit --clean-destination räumt Lazygal außerdem das Zielverzeichnis auf und entfernt alle nicht benötigten Dateien. Nach erfolgter Grundkonfiguration müssen Sie Lazygal beim Aufruf nur das Quellverzeichnis übergeben. Das Tool durchforstet rekursiv alle Unterverzeichnisse und bindet enthaltene Bilder in die Galerie ein. Falls in der Konfiguration nicht anders vorgegeben, sortiert Lazygal die Bilder anhand des EXIF-Datums, passt die Bildgröße entsprechend an dreht das Bild falls nötig. Dabei bearbeitet es nur diejenigen Bilder, die noch nicht in der Zielgalerie enthalten sind. Änderungen bei bereits vorhandenen Bildern ignoriert das Tool jedoch. Die Entwickler empfehlen, die fraglichen Bilder vorher in der Zielgalerie zu löschen.

Lazygal 0.8.8

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sousmonlit.zincube.net/~niol/playa/oss/projects/lazygal/

Systemtacho

Über das Web-Interface von Linux-Dash behalten Sie jederzeit die Systemlast auf dem RasPi im Blick.

Linux-Dash bietet ein webbasiertes, übersichtliches Dash-Board, das die Systemlast zeitnah und dynamisch darstellt. Das in PHP implementierte Tool greift auf bewährte Bibliotheken wie Php-common, Php-json oder Php-xml zurück, um Systemparameter zu erfassen und optisch aufzubereiten. Die Daten stellt es in verschiedenen Kategorien übersichtlich zusammen. So bietet die Kategorie Basic Info aktuelle Infos zur Speicherbelegung, der CPU-Last, den Cron-Jobs sowie eine I/O-Statistik. Der Abschnitt Network zeigt unter anderem die ein- und ausgehenden Datentransfers als fortlaufenden Graphen sowie alle aktiven Netzwerkverbindungen und den Inhalt des ARP-Caches. In der Rubrik Accounts erfahren Sie, welche Benutzerkonten auf dem System existieren und auf welchen Sie gerade angemeldet sind. In jeder Kategorie stellt Linux-Dash die erfassten Daten in eigenen Frames dar, deren Inhalt Sie bei Bedarf unabhängig voneinander aktualisieren. Alle dynamischen Inhalte bringt die Software fortlaufend selbstständig auf den aktuellen Stand, wozu sie die Bordmitteln der jeweiligen Distribution nutzt. Im Hintergrund werkelt dazu eine Reihe von Shell- und Python-Skripten, die Sie anpassen oder mit eigenen Tools ergänzen können. Benötigten frühere Versionen von Linux-Dash noch einen Webserver, so enthält die aktuellen Version einen rudimentärer Python-Webserver enthalten, der die Oberfläche über auf Port 8081 der lokalen Schnittstelle bereitstellt. Zum Remote-Zugriff müssen Sie entweder die IP-Adresse im Python-Code anpassen oder Linux-Dash auf einem regulären Webserver installieren. Eine Zugriffskontrolle oder Benutzerverwaltung besitzt das Tool jedoch nicht, sodass Sie dabei auf Sicherungsmöglichkeiten wie .htaccess-Zugangskontrolle oder SSL-Verschlüsselung zurückgreifen sollten.

Linux-Dash

★★★★

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/afaqurk/linux-dash

Buchhalter

Mit Sarg 2.3.10 werten Sie die im Squid-Log protokollierten Verbindungen bequem aus.

Aufgrund seines geringen Stromverbrauchs und dank des leistungsfähigen Prozessors eignet sich der RasPi auch als dedizierter Proxy für kleine und mittlere Netzwerke. Setzen Sie dabei Squid ein, steht Ihnen mit dem Squid Analysis Report Generator oder kurz Sarg ein leistungsfähiges Tool zur Auswertung der Internet-Zugriffe zur Verfügung. Standardmäßig liest Sarg die access.log-Datei von Squid aus und bereitet deren Inhalt als Webseite auf. Dazu müssen Sie das Access-Logging in Squid vorher aktivieren. Anhand der Sarg-Auswertung erkennen Sie schnell, welcher Rechner wie oft eine Website besucht hat. Neben den reinen Verbindungsdaten berechnet Sarg auch die Nutzungsdauer der jeweiligen Site und die übertragene Datenmenge. Die Daten stellt Sarg für jeden Rechner im lokalen Netz individuell zusammen. Eine Gesamtübersicht gibt außerdem Auskunft über die 100 meistbesuchten Web-Seiten. Der Bereich Seiten und Benutzer gibt Aufschluss, auf welchen Websites ein bestimmter Rechner unterwegs war. Ein Klick auf die Zieladresse befördert Sie direkt auf die entsprechende Webseite. Der Download-Bereich zeigt, welcher Rechner größere Datenübertragungen vorgenommen hat. Die HTML-Dateien mit den Ergebnissen platziert Sarg bei entsprechender Anpassung der Konfigurationsdatei /etc/sarg/sarg.conf direkt auf einem lokalen Webserver. Alternativ versendet es das Ergebnis auch via E-Mail zukommen lassen. Neben dem Ausgabeverzeichnis passen Sie in der Konfigurationsdatei auch das Layout an und variieren Schriftart oder Farbgebung . Soll Sarg alle IP-Adressen durch voll qualifizierte Domain-Namen ersetzen, setzen Sie den Parameter resolve_ip. Daneben lassen sich bestimmte Rechner, Anwender oder Webseiten von der Auswertung ausnehmen.

Sarg 2.3.10

★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/sarg/

Fernsteuerung

Als bequeme SSH-Alternative für kleinere Wartungsarbeiten auf dem RasPi bietet sich Webconsole 0.9.5 an.

Mit dem PHP-Skript Webconsole führen Sie auf einem entfernten Server Konsolenbefehle aus. Das Quellarchiv enthält nur eine PHP-Datei, die Sie in Ihrem Webspace auf dem RasPi platzieren. Die Zugangsdaten aller Webconsole-Nutzer müssen Sie mit einem Editor in der PHP-Datei angeben; für einen einzigen Benutzer setzen Sie dazu lediglich die Parameter USER und PASSWORD. Sollen mehrere User Zugriff erhalten, tragen Sie deren Daten in der Feldvariablen ACCOUNTS ein. Dass so im Quellcode alle Passwörter als Klartext auftauchen, stellt eine erhebliche Schwäche dar. Um sicheren Zugriff und verschlüsselte Kommunikation müssen Sie sich obendrein durch Setzen von Dateizugriffsrechten und die Verwendung von SSL-Verschlüsselung selbst kümmern. Für das interaktive Arbeiten greift Webconsole auf weitere Bibliotheken von jQuery sowie auf PHP-Json-RPC zurück. Beim Aufruf der Konsole im Browser erscheint der gewohnte Terminal-Anmeldebildschirm. Anschließend landen Anwender nicht in ihrem eigenen Home-Verzeichnis, sondern in demjenigen, das Sie als Parameter in der PHP-Datei angegeben haben. Da Webconsole die Einstellungen der /etc/passwd nicht nutzt, arbeiten alle Nutzer auf dem entfernten System nur mit der User-ID und den Rechten des jeweiligen Webservers – bei einer sauberen Apache- oder Lighttpd-Konfiguration also als nobody. In Sachen Befehlsumfang lässt sich Webconsole nicht mit einer Bash- oder Z-Shell vergleichen, sondern führt nur einfache Befehle und Shell-Skripte aus, die Sie jedoch auch über Pipes kombinieren dürfen. Komplexere Tools wie Vim oder Mc mit einer umfangreicheren Benutzeroberfläche verweigern indes den Dienst. Alle Programme und Befehle liefern stets den Rückgabewert Null. Weder lassen sich Umgebungsvariablen anpassen noch der Benutzerkontext via Su oder Sudo wechseln.

Webconsole 0.9.5

★★

Lizenz: LGPLv3

Quelle: http://www.web-console.org

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Heft-DVD 02/2016

    Nur mit dem optimalen System und der richtigen Software nutzen Sie das volle Potenzial des Raspberry Pi. Mit der Heft-DVD erhalten Sie nicht nur die neusten Distributionen für den Mini-PC, sondern gleichzeitig auch die passenden Programme zu den Artikeln.

  • Neue Software im Kurztest

    Log Navigation 0.7.3 erleichtert durch Farben die Orientierung in Log-Files, Netrw 1.3.2 schubst serverlos Daten übers Netz, Tinyproxy 1.8.3 bietet eine schlanke Proxy-Alternative, Vnstat 1.14 erfasst den Datendurchsatz im Netzwerk.

  • Aktuelle Software im Kurztest

    Datenretter Ddrutility 2.8, Textmarker Grec 0.2.0, Spürhund Pdfgrep 2.0.1, Shell-Erweiterung Vshnu 1.0401.

  • Aktuelle Software im Kurztest

    Barefootd 1.4.1 leitet Ports und Verbindungen weiter, schlanke OpenSSH-Alternative Dropbear 2017.75, Httpbench 0.2.2 erfasst Webserver-Reaktionszeiten, Mtr 0.92 kombiniert Traceroute und Ping.

  • Aktuelle Software im Kurztest

     

Aktuelle Ausgabe

10/2019
Raspberry Pi 4B

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Sonnige Zeiten

    UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar, was sie umso gefährlicher macht. Die Höhe der tatsächlichen Belastung verrät Ihnen das Selbstbauprojekt UV-Sensor.

  • Gut verpackt

    Für das Ansteuern kleiner Displays gibt es keine Programme von der Stange. Mit Python und einer Pygame-Bibliothek erstellen Sie trotzdem im Handumdrehen Anwendungen.

  • Macro-Mini-Micro-Bit

    Was dem Raspberry Pi für die Computerwelt gelungen ist, versucht der BBC Micro:bit für Mikrocontroller zu wiederholen. Das für Schüler entwickelte Kit hilft beim Einstieg in die hardwarenahe Programmierung.

  • Vorhang auf

    Mit dem modernen Video-Codec HEVC (H.265) erstellte Filme spielen bisherige RasPi-Modelle oft nur ruckelnd ab. Wir testen, ob der neue Raspberry Pi 4B das besser kann.

  • Überraschung!

    Eine optimierte Architektur und mehr RAM beschleunigen den RasPi 4B deutlich. Wir prüfen, wie gut sich der Neuling als Desktop-Rechner schlägt.

  • Durchgestartet

    Ein Stresstest zeigt, wie sich der neue Raspberry Pi 4 Modell B gegenüber den älteren Modellen abhebt.

  • Vierte Generation

    Eine schnellere CPU, USB 3.0 und Gigabit-Ethernet sind nur die Highlights des Raspberry Pi 4B: Das Board bringt viele weitere Neuerungen mit.

  • Tiefenmesser

    Um die Pumpe in einem Brunnenschacht möglichst genau zu positionieren, brauchen Sie dessen Tiefe. Die ermitteln Sie mithilfe eines präzisen Messgeräts aus einem Luftdrucksensor und einem Mikrocontroller.

  • Faktencheck

    Das via DVB-T2 ausgestrahlte Digital-TV liefert Bilder in HD-Qualität. Der dabei eingesetzte H.265-Standard überfordert allerdings kleine Mini-Rechner wie den Raspberry Pi – oder geht es doch?

  • Zugriff von außen

    React Native erlaubt es, Apps mit wenigen Zeilen Code zu programmieren. Mit einem entsprechenden Server sprechen Sie so den RasPi vom Smartphone aus an.