Der Raspberry Pi als 3G-Hotspot

IP-Adressen

Passend zur Netzwerkkonfiguration des Router-RasPi gilt es, ein paar Zeilen in der Konfigurationsdatei des Dienstes /etc/dnsmasq.conf zu ergänzen (Listing 8). Zeile 1 interface sorgt dafür, dass der Dienst IP-Adressen nur an Geräte im lokalen Netz vergibt. Durch expand-hosts in Zeile 2 löst Dnsmasq auch Namen aus der eigenen /etc/hosts auf – sehr praktisch, wenn Geräte im lokalen Netz aufeinander zugreifen müssen. Diesen sollten Sie allerdings dann statische IP-Adressen zuweisen.

Listing 8

 

interface=br0
expand-hosts
domain=pihotspot.local
dhcp-range=192.168.100.100,192.168.100.150,12h

Die dhcp-range definiert den Adressbereich, aus dem der DHCP-Server IP-Adressen vergibt. Im Beispiel verwendet er dazu IPs zwischen 192.168.100.100 und 192.168.100.150, wobei die Zuordnung über 12 Stunden erhalten bleibt. IPs unterhalb von 192.168.100.100 eignen sich daher für Rechner, denen Sie statische IPs zuweisen möchten. Als letzte Nacharbeit schalten Sie mit dem Aufruf von sudo update-rc.d -f dhcpcd remove den bei Raspbian von Haus aus aktiven DHCP-Client ab.

Oberflächliches

Sie sollten nun so weit sein, dass sich der an den Raspberry Pi angeschlossene UMTS-Stick ins Mobilfunknetz einwählt. Auch das lokale Netzwerk sollte jetzt funktionieren: Per WLAN angemeldete oder an den Ethernet-Port des RasPi angeschlossene Geräte bekommen IP-Adressen zugewiesen; der Abruf von Internetseiten müsste funktionieren. Die technische Basisarbeit ist damit abgeschlossen, doch es fehlt noch ein wenig Feinschliff: Das Bedienen des RasPi-Routers fällt nicht gerade leicht, da Sie sich für jede Aktion per Terminal einloggen müssen. Schon vom PC aus wäre dies mühsam, von einem Smartphone noch viel mehr.

Aus diesem Grund haben wir beim Installieren der Software ganz am Anfang auch einen kleinen HTTP-Server (lighttpd) samt PHP installiert. Bevor es nun daran geht, das System per Web zu steuern, aktivieren Sie PHP und integrieren Sie ein paar nützliche Standardseiten. Dazu rufen Sie einmalig die ersten zwei Befehle aus Listing 9 auf. Anschließend verlinken Sie mittels des Befehls in Zeile 3 PhpSysInfo [8] in den Pfad des Webservers. So lassen sich per Browser Statusinformationen zum Router abrufen.

Listing 9

 

$ sudo lighttpd-enable-mod fastcgi-php
$ sudo service lighttpd force-reload
$ sudo ln -s /usr/share/phpsysinfo /var/www/sysinfo

Öffnen Sie nun mit einem Browser aus dem lokalen Netzwerk die URL http://192.168.100.250/sysinfo, gibt das System eine Statusseite mit technischen Informationen aus (Abbildung 3). Mit einer kleinen Änderung an der Datei config.php aus dem PhpSysInfo-Verzeichnis /var/www/sysinfo lässt sich die Geschwindigkeit dieser Seite ganz wesentlich steigern: Setzen Sie hier einfach den Wert von PSI_JS_COMPRESSION auf false (ohne Anführungszeichen), und die Seite lädt anschließend blitzschnell.

Abbildung 3: PhpSysInfo gibt zahlreiche Informationen zum aktuellen Status des RasPi-Routers als übersichtliche Webseite aus.

Das Webfrontend zur Transferstatistik von Vnstat gibt es bisher noch nicht in den Paketquellen von Debian. Sie müssen es von der Projektseite [9] als Tarball herunterladen und es danach unterhalb von /var/www entpacken. Mit den Kommandos aus Listing 10 laden Sie die aktuelle Version (Stand: September 2015), entpacken das Archiv unter einem geeigneten Namen und setzen die benötigten Rechte. Den durch Vnstat erfassten Durchsatz behalten Sie jetzt bequem unter http://192.168.100.250/net per Webinterface im Blick (Abbildung 4). Bei Bedarf passen Sie die Webseite über die config.php aus dem Verzeichnis /var/www/net an Ihre Bedürfnisse an.

Listing 10

 

$ wget http://www.sqweek.com/sqweek/files/vnstat_php_frontend-1.5.1.tar.gz
$ sudo tar xf vnstat_php_frontend-1.5.1.tar.gz -C /var/www
$ sudo mv /var/www/vnstat_php_frontend-1.5.1 /var/www/net
$ sudo chown -R www-data:www-data /var/www/net
Abbildung 4: Vnstat protokolliert konstant die übertragene Datenmenge mit. Das Webfrontend visualisiert die gesammelten Daten grafisch.

Für das weitere Steuern des Routers eigenen sich Projekte wie etwa Pi Control [10], dem sich Raspberry Pi Geek in Ausgabe 04/2015 schon einmal ausführlich widmete [11]. Alternativ greifen Sie auf das sich in Entwicklung befindliche Webfrontend des Raspberry-Pi-3G-Hotspot-Projekts des Autors zurück (Abbildung 5) – die Daten beziehen Sie über die Github-Seiten des Projekts [12]. Dieses simple Interface gibt den Status der Verbindung aus und ermöglicht es, diese auf- und abzubauen. Zusätzlich lässt sich das System herunterfahren oder neu starten. Auf der Startseite finden sich zudem von Haus aus Links zu den Statusinformationen von PhpSysInfo und den Statistiken von Vnstat.

Abbildung 5: Das vom Autor entwickelte Webfrontend zur Steuerung des Raspberry Pi als 3G-Hotspot.

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