Der Raspberry Pi als Minecraft-Server

Verbindung herstellen

Mit gestartetem Server rufen Sie nun Minecraft als Spiel auf und öffnen über den Punkt Mehrspieler aus dem Hauptmenü den Multiplayer-Modus. Dieser sucht daraufhin automatisch nach aktiven Minecraft-Servern im Netzwerk (Abbildung 3). Findet der automatische Scan nichts, wählen Sie entweder mit Direkt verbinden gezielt den RasPi-Server über dessen IP-Adresse samt dem entsprechenden Port 25565 an oder fügen ihren eigenen Server permanent mit Server hinzufügen zur Auswahlliste hinzu. Mit Server beitreten loggen Sie sich daraufhin ein.

Abbildung 3: Der Minecraft-Client sucht im Netz automatisch nach Minecraft-Servern.

Der Server meldet den erfolgreichen Login eines Benutzers mit User Name authenticated with UUID Zufalls-ID. Weitere relevante Benachrichtigungen erscheinen im Protokoll, sobald ein Nutzer ein Spiel betritt oder beendet (Listing 6). So kontrollieren Sie in Echtzeit, ob auf dem Server alles wie gewünscht funktioniert. Im Minecraft-Client spüren Sie vom RasPi-Unterbau wenig, Sie befinden Sie direkt im Spiel und können unmittelbar loslegen (Abbildung 4).

Listing 6

 

[...]
[14:14:17] -- Loading Plugins --
[14:14:17] Initialized ChatLog v.3
[14:14:17] Initialized Core v.15
[14:14:17] Initialized TransAPI v.1
[14:14:17] -- Loaded 3 Plugins --
[14:14:17] Startup complete, took 1036ms!
[15:05:49] User Name authenticated with UUID 2ebdfdbc77394e81a919b5e4976d1629
[...]
[15:05:49] Player Name has joined the game
[...]
[15:13:53] Player Name has left the game
Abbildung 4: Im Minecraft-Client erkennen Sie den als zentrale Basis genutzten Raspberry Pi nur auf den zweiten Blick.

Externe Verbindungen

Damit fungiert Ihr Raspberry Pi nun als stromsparender Minecraft-Server im lokalen Netzwerk. Soll der Server jedoch Freunden und Bekannten zur Verfügung stehen, müssen Sie in der Regel Daten von Ihrem WLAN-Router zum RasPi-Server weiterleiten – am Beispiel einer Fritzbox erklären wir dies Schritt für Schritt. Router anderer Hersteller bieten meist ähnliche Funktionen, allerdings müssen Sie sich den Weg dorthin selbst bahnen.

Zuerst sorgen Sie dafür, dass der Router dem Raspberry Pi immer dieselbe IP zuteilt. Öffnen Sie dazu im Web-Frontend aus der Seitenleiste die Einstellungen zum Heimnetz und tippen Sie rechts neben dem Eintrag zu Ihrem Raspberry Pi auf das Editor-Icon. Im nächsten Dialog weisen Sie dann die Fritzbox über die Option Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen an, den RasPi mit einer festen IP auszustatten (Abbildung 5).

Abbildung 5: Für die Port-Weiterleitung muss der Raspberry Pi vom Router immer dieselbe IP zugewiesen bekommen.

Anschließend richten Sie unter Internet | Freigaben eine neue Portfreigabe ein, die Port 25565/TCP an Port 25565 des Minecraft-RasPi weiterleitet (Abbildung 6). Die entsprechenden Dialoge erscheinen, sobald Sie unter Portfreigabe aktiv für den Punkt Andere Anwendungen auswählen. Damit steht die Port-Weiterleitung – allerdings müssten Sie Ihren Mitspielern jedes Mal Ihre aktuelle Internet-IP mitteilen, da die meisten Internetanbieter (speziell bei DSL) alle 24 Stunden durch einen Abbruch und Neuaufbau der Wählverbindung eine neue Adresse zuteilen.

Abbildung 6: Für den Betrieb eines von außen erreichbaren Minecraft-Servers müssen Sie Port 25565/TCP an den RasPi weiterleiten.

Dieses Thema lösen Sie mithilfe von Anbietern wie No-IP [11] oder DynDNS Service [12] (kurz DDNSS), die es erlauben, URLs wie http://beispiel.no-ip.com oder http://beispiel.ddnss.de auf Ihre aktuelle Internetadresse aufzulösen. Der an zweiter Stelle genannte Dienst stammt aus Deutschland und hat den Vorteil, dass Sie Ihr dortiges Benutzerkonto nicht, so wie bei No-IP, alle 30 Tage von Hand bestätigen müssen. Die entsprechenden Zugangsdaten tragen Sie in einer Fritzbox unter Internet | Freigaben | Dynamic DNS ein (Abbildung 7).

Abbildung 7: Mithilfe eines DynDNS-Anbieters sorgen Sie dafür, dass der Minecraft-Server unter einer leicht zu merkenden Adresse zu erreichen ist.

Minecraft-Business

Ein wahrer Sturm im Wasserglas fand im vergangenen Jahr statt, als Mojang neue Nutzungsbedingungen für Minecraft und den Minecraft-Server veröffentlichte. War die Spieler- und Entwicklergemeinde nach dem öffentlichen Interesse von Microsoft an der kleinen Spieleschmiede ohnehin hellhörig, goss ein Tweet eines Mojang-Mitarbeiters zusätzlich Öl ins Feuer. Sinngemäß schrieb er, dass es nur Mojang erlaubt sei, mit dem Spiel Geld zu verdienen. Zu diesem Zeitpunkt gab es allerdings bereits eine Reihe kleinerer Anbieter, die mit Diensten und Zugängen zu Minecraft-Servern gutes Geld verdienten. Wie sieht es nun also mit Ihrem Server aus?

Zur Klärung des Sachverhalts fasste Mojang die Lizenzbestimmungen für Server-Betreiber in einem Blogbeitrag im Klartext zusammen [15]: Stellen Sie Ihren Minecraft-Server kostenfrei zur Verfügung, müssen Sie sich um die Nutzungsbedingungen wenig kümmern. Ausgaben für Strom und den Datenverkehr dürfen Sie in Form von Spenden der Nutzer refinanzieren. Dazu dürfen Sie auch Werbebanner auf der Startseite platzieren. Verboten bleibt hingegen, Gegenstände zu verkaufen, die den Spielverlauf beeinflussen. Damit will sich Mojang einerseits gegen betrügerische Offerten absichern und andererseits verhindern, dass sich Spieler durch den Einsatz von Geld Vorteile im Gameplay verschaffen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 7 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

06/2019
Home Improvement

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Verschlungene Pfade

    Mit Schleifen, Fallunterscheidungen und Funktionen programmieren Sie komplexe Skripte auf einfache und elegante Weise.

  • Extrem genau

    Mit einem A/D-Wandler messen Sie bei Bedarf Spannungen. Der MCP3424 macht dabei konstruktionsbedingt eine gute Figur.

  • Verbindungsaufnahme

  • Süßer Wecker

    Dem RasPi fehlen sowohl eine Echtzeituhr als auch ein BIOS, ein zeitgesteuertes Wecken erfordert also Zusatzkomponenten. Hier springt der Witty Pi Mini in die Bresche, ein µHAT von UUGear.

  • Windows to go

    Das Aufsetzen zuverlässiger und sicherer Remote-Desktop-Lösungen erfordert einiges Know-how. Die RasPi-basierte Pinbox von Pintexx reduziert den Konfigurationsaufwand auf ein Minimum.

  • Prima Klima

    In Museen ist es Pflicht, zu Hause nützlich: das permanente Prüfen und zentrale Erfassen der Feuchtigkeit und Temperatur in Räumen.

  • Auf einen Blick

    Ein maßgeschneiderter Infoscreen auf RasPi-Basis mit stromsparendem E-Ink-Display zeigt Termine, Bilder, Mitteilungen und Wetterinformationen an.

  • Sanft berührt

    Mit einem RasPi und dem Controllermodul PiXtend lassen sich mühelos Roboterarme ansteuern und deren Bewegung automatisieren.

  • Popcorn-Kino

    Mit Kodi 18.0 unterstützt LibreELEC 9.0 jetzt die von vielen Streaming-Diensten genutzte DRM-Verschlüsselung. Die Integration von Netflix, Amazon und Co. erfordert allerdings Handarbeit.

  • So nah und doch so fern

    Der RasPi kommt häufig als Server oder Steuerrechner für spezielle Zwecke zum Einsatz. Mit Anydesk erhalten Sie dazu eine Steuersoftware mit grafischer Oberfläche.