Fünf Alternativen zum Raspberry Pi

Geklonter Klon: Orange Pi

Besonders dreist – anders kann man die Masche der Hersteller des Orange Pi [9] kaum beschreiben: Sie kopieren nicht nur das Konzept, sondern auch gleich noch Teile der Webseite des Banana Pi (das Layout fällt sehr ähnlich aus, das gesamte Wiki ist in weiten Teilen identisch mit den Seiten von LeMaker).

Hardwareseitig gibt es die Orange in fünf Geschmacksrichtungen mit jeweils leicht unterschiedlicher Ausstattung: Pi, Pi Mini, Pi Plus (Abbildung 3), Pi 2 und Pi 2 Mini. Die zweite Generation der Boards nutzt den A20-Nachfolger H3 mit vier Kernen. Beim Orange Pi 2 entfallen gegenüber dem Plus Flash und SATA, der Netzwerkanschluss beschränkt sich auf 100-Mbit/s-Ethernet; dem Pi 2 Mini fehlt obendrein der WLAN-Chip.

Abbildung 3: Kommt uns doch bekannt vor: Der Orange Pi bedient sich unverfroren im Banana-Pi-Umfeld. (Bild: Orangepi.org)

Inzwischen stellt der Hersteller, ähnlich wie beim Banana Pi, zumindest angepasste Betriebssystem-Images bereit. Insgesamt wirkt das Ganze aber wie ein absolutes Schmalspurkonzept eines Herstellers, der mit minimalen Mitteln am Boom der Mini-Computer teilhaben will. Konsequenterweise haben es sich die üblichen deutschen Distributoren gespart, den Orange Pi ins Programm zu nehmen. Wer also an diesem Exot Interesse hat, muss direkt in China ordern. Preislich dürfte sich das aber nicht lohnen, den Zeitaufwand für die Zollabwicklung einmal außen vor gelassen.

Viel Zubehör: Odroid-C1

Aus Korea stammen nicht nur Smartphones, Fernseher und Kühlschränke: Die kleine Chipschmiede Hardkernel entwickelt schon seit Längerem diverse Developer-Boards mit ARM-Chips. Im Gegensatz zu vielen anderen Designs, die meist auf die günstigen Allwinner-Chips setzen, nutzt Hardkernel hier Alternativen von Samsung, Amlogic und anderen.

Schon die Webseite [10] der Firma zeigt, dass man hier – zumindest von der Hardware-Seite her – eher ganzheitlich denkt: Neben den Platinen mit der CPU gibt es auch ein breites Angebot an Zubehör. Einen detaillierten Vergleich des Odroid-C1 genannten Boards mit dem RasPi 2 konnten Sie bereits in der letzten Ausgabe lesen [11]. In Sachen Hardware stellt der Odroid-C1 (Abbildung 4) den RasPi 2 zwar in den Schatten, und auch das Dekodieren von Videos klappt mit der Amalogic Video Engine des C1 problemlos – dennoch belegen etliche einschlägige Berichte im Netz, dass es auf der Software-Seite insgesamt nicht ganz so rund läuft.

Abbildung 4: Leistungsfähige RasPi-Alternative mit lebendiger Community: der Odroid-C1 von Hardkernel.

Immerhin zeigt sich die Odroid-Community recht agil, es gibt ein Magazin und ein Forum mit mehr als 80 000 Posts von über 10 000 Mitgliedern. Da inzwischen auch etliche deutsche Distributoren den Odroid-C1 im Programm führen, mausert er sich langsam zu einer interessanten RasPi-Alternative.

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