Pi-Top: RasPi-Laptop selbst gedruckt

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Schick verpackt

Der Pi-Top-Bausatz bringt alles mit, was Sie zum Bau eines RasPi-basierten Laptops brauchen. Das clevere Konzept haben Amateure in nur acht Monaten zur Produktionsreife entwickelt – ganz ohne Erfahrungen in der IT-Industrie.

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Das Pi-Top-Projekt präsentiert sich als Paradebeispiel dafür, was man mit etwas Unternehmungslust und guten Ideen so alles mit einem Raspberry Pi anstellen kann – auch wenn man keinen klassischen IT-Hintergrund aufweist.

Der Bruch mit gewohnten Vorgehensweisen und der Einsatz neuer Technologien führen oft zu innovativen Projekten, aus denen sich schließlich neuartige Produkte entwickeln. Zurzeit ist das im Umfeld des 3D-Drucks besonders gut zu beobachten: Hier entstehen mit neuer Technik aus innovativen Ansätzen Gegenstände, die manchmal ein wenig an Fischertechnik oder Lego erinnern, aber im Gegensatz zu diesen eher fürs Spielen konzipierten Pendants tatsächlich praktischen Nutzwert haben.

Aus dieser Nische stammt auch das Projekt Raspberry-Pi-Top [1], üblicherweise kurz als Pi-Top apostrophiert [2], das einen auf dem Mini-Rechner basierenden, vollwertigen Laptop entwickelt hat. Der Pi-Top zielt auf den Elektronikbastler-Markt, wobei das Projekt über vorgefertigte Komponenten, ausführliche Anleitungen und den Raspberry Pi B+ als kostengünstige Basis die Einstiegsschwelle zu senken versucht. Pfiffige Zusatzhardware in Form von HATs beispielsweise für Heimautomation oder Robotik soll außerdem zum Lernen und Experimentieren anregen.

Pi-Top im Detail

Das Pi-Top-Team (Abbildung 1) stellte seine Pläne erstmals Mitte Oktober 2014 der Öffentlichkeit vor. Nach einem Besuch in den Londoner Büros von Indiegogo beschlossen die Entwickler, den Pi-Top über diese Crowdfunding-Plattform anzubieten [3]: Dort liegen die Gebühren nur etwa halb so hoch wie bei Kickstarter, sodass sich der Pi-Top zu einem günstigeren Preis anbieten ließ – die Einstiegsmarke lag bei 285 US-Dollar, also rund 240 Euro.

Abbildung 1: Das Raspberry-Pi-Top-Team entstammt der Londoner Maker-Szene.

Die Idee fand prompt zahlreiche Liebhaber; bis zum Ende der Kampagne am 8. Dezember nahm das Projekt fast 175*000 US-Dollar ein, gut das Doppelte des angepeilten Zielbetrags. Im Mai sollen die ersten Kits ausgeliefert werden, und soweit sich das bis jetzt beurteilen lässt, erhalten die Interessenten dann auch genau das, was die Entwickler während der Finanzierungsphase versprochen haben. Was das Pi-Top-Paket enthält, fasst der Kasten "Pi-Top-Kit im Überblick" zusammen.

Pi-Top-Kit im Überblick

  • Spritzguss-Gehäuse
  • STL-Dateien für den 3D-Druck (für Drucker ab 5-Zoll-Druckbett)
  • Platinen für Power-Management, HDMI-LVDS-Bridge, Tastatur- und Trackpad-Controller
  • Elektronik-Breadboard
  • Batterie (für 6 bis 8 Stunden Laufzeit)
  • Tastatur und Trackpad
  • 13,3-Zoll-LCD-Bildschirm, 1366 x 768 Pixel
  • WLAN-Adapter
  • Lasergravierte Acrylplatte
  • Verkabelung
  • Netzteil
  • Bauanleitung
  • Online-Lektionen zu den Themen Elektronik, 3D-Druck, Leiterplattenentwicklung und Produktdesign

In den kommenden Monaten baut das Pi-Top-Team das Angebotsspektrum für Pi-Top-Benutzer noch weiter aus, wobei die Themen weit über die eigentliche Hardware hinausreichen. So soll es Online-Kurse geben, in denen das Projekt seine Erfahrungen mit 3D-Druckverfahren, der Entwicklung von Leiterplatten und dem Design und der Vermarktung von Produkten an experimentierfreudige Maker weitergeben will.

Als Standardbetriebssystem für den Pi-Top dient Raspbian. Zwar lassen sich auf dem Maker-Laptop grundsätzlich auch andere Distributionen einsetzen, aber der Debian-Ableger macht dabei aufgrund seiner umfassenden Treiber- und Bibliotheksausstattung am wenigsten Probleme. Dank der ebenfalls reichlich vorhandenen Programmierwerkzeuge lässt sich mit Raspbian außerdem sofort produktiv loslegen.

Mehr Pi-Top

Zusätzlich soll ein kommender Pi-Top der zweiten Generation vor allem in Sachen Design deutlich ausgefeilter ausfallen als die derzeitigen Geräte. Aber auch jetzt kann sich der Pi-Top schon sehen lassen.

Bereits der finale Entwurf für das Gehäuse – den per 3D-Druck erzeugten Prototyp zeigt Abbildung 2 – fällt um rund ein Drittel schlanker aus als der erste Entwurf. Dennoch bietet er Platz für einen 13,3-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln. Das dürfte für die Ansprüche der meisten Anwender genügen.

Abbildung 2: Das recht schlanke Gehäuse des Pi-Top, hier per 3D-Druck produziert. Zusammen mit dem Kit liefern die Entwickler auch die entsprechenden STL-Dateien aus.

Der Zusammenbau des Pi-Top bereitet aufgrund des ausgeklügelten Gehäuse-Layouts keinerlei Probleme. Ein transparentes, verschiebbares Acryl-Panel gewährt jederzeit direkten Zugriff auf die verbauten Boards (Abbildung 3). In der Indiegogo-Kit-Version trägt es wahlweise eine schicke Lasergravur.

Abbildung 3: Voller Durchblick: Ein transparentes, verschiebbares Acryl-Panel gewährt jederzeit Zugriff auf die im Pi-Top verbauten Boards.

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