Editorial RPG 02/2015

Kurz durchatmen

Der Raspberry Pi nicht nur für frischen Wind in Schulen und Universitäten gesorgt und die lange brachliegende Hobbyelektroniker-Szene wieder frisch belebt: Indem er die bisher geschlossene Embedded-Welt für jedermann öffnete und damit demokratisierte, hat er in der Maker-Szene einen wahren Gründerboom ausgelöst, freut sich RPG-Redakteur Christoph Langner.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

als Eben Upton Anfang 2012 den Raspberry Pi vorstellte, war der kleine Rechner als kostengünstige Experimentier- und Lernplattform für Schüler und Studenten vorgesehen. Ohne Zweifel hat die Raspberry Pi Foundation damit auch voll ins Schwarze getroffen. Doch nicht nur Schüler nutzen den RasPi für ihre ersten Schritte in die Welt abseits proprietärer Betriebssysteme, auch zahlreiche Bastler und Tüftler verwenden den Mini-Rechner als Herz und Hirn ihrer Projekte. Zusammen mit dem Arduino hat der RasPi die Hobbyelektroniker-Szene der 70er- und 80er-Jahre neu unter Strom gesetzt.

Sieht man sich ein wenig in der Raspberry-Pi-Community um, dann finden sich inzwischen auch zahlreiche kleine und innovative Hersteller, die auf Basis des pfiffigen SBCs vorkonfigurierte kommerzielle Lösungen anbieten. Ob Sie nun zu Hause einen kleinen Fileserver aufstellen möchten, sämtliche Datenverbindungen eines Rechners anonymisieren wollen, mit einer handgefertigte Spielekonsole [1] Retro-Spiele genießen oder ein Mediacenter [2] mit allem Drum und Dran [3] suchen – mit vielen Raspberry-Pi-Produkten können Sie inzwischen gleich nach dem Auspacken loslegen.

Den meisten Projekten gemein ist die Tatsache, dass sie nicht geschlossen entwickelt werden. Hard- und Software stehen in der Regel offen und lassen sich an die eigenen Wünsche anpassen; kein versiegelter Bootloader verhindert das Laden einer alternativen Software. Das Raspberry-Pi-Herz sorgt so quasi für die Demokratisierung der Embedded-Welt, die sich bisher eigentlich eher durch ihre Geschlossenheit auszeichnete. Nicht nur den Anwendern bieten sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten, auch den Herstellern stehen viele neue Türen offen.

In welche Richtung die Reise in der Bastler-Ecke geht, zeigen ambitionierte Robotik-Projekte wie der Pi2Go-Lite oder das PiKit [4], ein programmierbarer, auf einer Achse fahrender Roboter mit Segway-ähnlicher dynamischer Stabilisierung per Gyroskop. Hätte ich eine Katze, so müsste diese sich mit Sicherheit bald elektronischer Konkurrenz erwehren. Auch innovative Software-Ideen und Sensor- und Aktor-Bausätze wie Blynk [5] oder Flotilla [6] bieten in Zukunft nicht nur erfahrenen Anwendern wieder frische Ansätze für neue Ideen. Lassen wir uns weiter überraschen und erfreuen wir uns am Gründerboom in der Maker-Szene der 2010er.

Herzliche Grüße

Christoph Langner

Redakteur

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