Mit Calcurse Termine und Aufgaben im Blick behalten

© Pawel_231, sxc.hu

Sichtweise

Mit Calcurse kehren Sie beim Verwalten von Terminen und Aufgaben zu den Wurzeln zurück. Das muss nicht schlecht sein, denn die Applikation arbeitet wieselflink und kommt ohne unnötigen Ballast daher.

README

Die Ncurses-Software Calcurse verbindet einen Kalender mit einer Terminverwaltung und einer Aufgabenliste. So behalten Sie in einem Terminal stets alle Ereignisse des Tages im Blick. Als Austauschformat unterstützt Calcurse den populären Standard iCal.

Konsolentools genießen unter Linux einen ausgezeichneten Ruf: Sie verbrauchen wenig Ressourcen, arbeiten wieselflink und erledigen ihre Aufgaben oft mit wenigen Tastendrücken [1]. Das Programm Calcurse [2] reiht sich in diese Riege ein. Es kombiniert einen Kalender mit einer Terminverwaltung und einer Aufgabenliste. Sie haben die Möglichkeit, die Applikation entweder über die Kommandozeile oder die Ncurses-basierte Benutzeroberfläche zu bedienen.

Der Name des Programms setzt sich aus den beiden Begriffen "Calendar" und "Ncurses" zusammen. Der Autor Frederic Culot entwickelte die Software 2004 ursprünglich nur für den Eigenbedarf, gab sie aber später unter einer BSD-Lizenz für die Allgemeinheit frei.

Calcurse steht derzeit für eine ganze Reihe von Distributionen als stabiles Paket bereit, so für Debian, Ubuntu und Fedora, aber auch für Free-, Net- und OpenBSD. Das Projekt unterstützt unter anderem die Plattformen i386, AMD64, Armel und Armhf. Als Grundlage für den Artikel diente das Paket in den Versionen 2.9.2 auf Raspbian sowie 3.1.2 für Xubuntu.

Zielgruppe

Calcurse richtet sich nur an Einzelpersonen und nicht an Teams oder Nutzergruppen: Abgesehen von den Import- und Exportfunktionen enthält es keinerlei Funktionen zum Austausch und Abgleich der Kalender- und Termineinträge.

Das Programm richtet sich vor allem an tastaturaffine Benutzer. Der geringe Bedarf an Ressourcen eröffnet die Möglichkeit, die Software auf Geräten mit geringerer Leistung zu verwenden. Das Bedienkonzept mag manchmal ungewohnt erscheinen, ist aber dafür äußerst effizient. Auch im Umgang mit der Tastatur ungewohnte Benutzer arbeiten sich aber schnell ein.

Calcurse lässt sich wahlweise über seine Ncurses-Oberfläche oder die Kommandozeile ansprechen. In der Dokumentation beschreibt der Autor dies als interaktiven und nicht-interaktiven Modus. Letzterer dient in den meisten Fällen zum Suchen. Dabei rufen Sie das Programm mit den entsprechenden Schaltern auf, woraufhin Calcurse seine Datenbank durchforstet und die angefragten Daten Zeile für Zeile auf dem Terminal ausgibt.

Interaktiver Modus

In den interaktiven Modus gelangen Sie, indem Sie das Programm ohne weitere Schalter aufrufen. Die Hauptansicht zeigt mehrere Teilfenster: den Kalender mit der Tagesübersicht (links), die Übersicht über den Monat (rechts oben) und die Liste der Aufgaben (rechts unten). Am unteren Ende erscheint eine Statuszeile. Darin sehen Sie das aktuelle Datum und die verbleibende Zeit bis zum nächsten Termin (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Standardansicht von Calcurse bietet einen Überblick über den Monat sowie die Aufgaben des jeweiligen Tages.

Darunter zeigt Calcurse die Tastenbelegung an. Benutzer des Texteditors Vim fühlen sich sofort zu Hause, da Calcurse die Tasten ähnlich belegt. Das Quintett aus [H],[J],[K] und [L] bildet die Bewegungstasten, die das Programm je nach Teilfenster noch um weitere Tasten ergänzt. Über [A] fügen Sie Einträge hinzu, mit [D] löschen Sie diese, und [E] erlaubt es, Einträge zu ändern.

Mit [Strg]+[G] springen Sie zum Datum der Wahl. Mit [Strg]+[L] blättern Sie einen Tag weiter, mit [Strg]+[H] einen Tag zurück. Wochenweises Blättern gelingt mit [Strg]+[J] (vorwärts) und [Strg]+[K] (rückwärts).

Zwischen den Übersichten über Tag und Monat sowie der Liste der Aufgaben wechseln Sie mit dem Tabulator. Die Software hebt das aktuelle Fenster jeweils farbig hervor, in Abbildung 1 die Monatsübersicht oben rechts. Mit [V] sehen Sie Details zum ausgewählten Eintrag in der Tagesansicht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Programm speichert bei Bedarf zahlreiche Daten zu einem Termin.

Calcurse speichert und verwaltet Notizen zu den Einträgen. Mit [N] beziehungsweise [>] fügen Sie eine neue Anmerkung hinzu oder bearbeiten eine bereits bestehende. Dazu öffnet sich der für diese Aktion festgelegte Texteditor – in der Regel Vim – zum Bearbeiten der Notiz. Calcurse legt dazu im Hintergrund eine entsprechende Datei unter ~/.calcurse/notes/ an und verknüpft diese mit dem entsprechenden Eintrag in der Liste der Termine.

Die Monatsansicht gliedert die Tage in einer wochenweisen Übersicht. Der aktuelle Tag sowie alle weiteren Tage des Monats, an denen Sie bereits Termine eingetragen haben, hebt das Programm farbig hervor. Zudem gelangen Sie mit den Tasten [**0**] und [Umschalt]+[**4**] zum Anfang beziehungsweise Ende der Woche.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

08/2019
Smarte Hacks

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Immer der Reihe nach

    Mit einer einfachen Schaltung testen Sie Bausteine, die über den SPI-Bus miteinander kommunizieren.

  • Einzigartig

    Eine MAC-Adresse ermöglicht die Kommunikation im Netzwerk. Der 24AA02E48 liefert sie für Setups, die aus grundlegenden Komponenten bestehen.

  • Steinkuchen

    Der Raspberry Pi hat viele Fans, doch nicht ohne Grund sehnen sich viele Anwender nach einem RasPi 4. Der Rock Pi 4 übertrumpft den RasPi 3 in Sachen Leistung um Längen und schlägt sich auch in der Praxis gut.

  • Kerngeschäft

    Der Einstieg in die Welt der Mikrocontroller fällt nicht ganz leicht. Mit dem Nucleo F401RE haben Sie jedoch ein Entwicklerboard samt abgestimmter Entwicklungsumgebung an der Hand.

  • Himbeer-Geräte

    Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.

  • Unter Kontrolle

    PiCockpit ist eine speziell auf den RasPi zugeschnittene Online-Monitoring-Lösung. Wir werfen einen ersten Blick auf den brandneuen und in Ausbau befindlichen kostenlosen Dienst.

  • Ins rechte Licht gesetzt

    Selbst ohne eigenen Garten holen Sie sich Pflanzen mithilfe von LEDs in jeden Raum und sehen ihnen mit dem RasPi beim Wachsen zu.

  • Helligkeit nach Maß

    Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig die Beleuchtung manuell nachregeln möchte, der spannt dafür einen PiXtend ein.

  • Geschrumpft

    Kleine Bildschirme gibt es zwar viele, aber der Support von Raspbian ist überraschend schlecht. Mit ein paar Tricks erzielen Sie trotzdem ein optimales Ergebnis.

  • Brüllwürfel

    Kompakt-Stereoanlagen mit CD-Spieler und Kassettendeck sind inzwischen oft ein Fall für den Recyclinghof – oder für die digitale Wiederbelebung mit einem RasPi und etwas Geschick.