Experimente zu Clustering und Lastverteilung mit dem RasPi

Dynamisches

Bevor Sie mit dem Einrichten des Clusters fortfahren, lohnt sich eventuell ein kleiner Ausflug in die Welt des dynamischen DNS. Da normale DSL-Anschlüsse immer eine andere IP-Adresse aus einem Pool erhalten, gestaltet sich der Zugriff aus der Ferne kompliziert. Hier kommt dynamisches DNS ins Spiel: Der Rechner cluster04 teilt dabei seine IP-Adresse selbstständig einem entsprechenden Anbieter mit und lässt sich dann über einen festgelegten Namen erreichen, selbst wenn sich die IP ändert.

Die folgende Anleitung zeigt exemplarisch, wie Sie einen dynamischen DNS-Eintrag mit Strato DynDNS einrichten. Das Unternehmen bietet einen Eintrag für 49 Cent im Monat an. Diesen bestellen und konfigurieren Sie über die Strato-Webseite, wo Sie auch Anleitungen zu dem Thema finden. Falls diese nicht weiterhelfen, bleibt noch der Griff zum Telefonhörer, um die Hotline anzurufen.

Auf dem Raspberry Pi bringen Sie zuerst alles auf Stand und installieren dann die Client-Software über sudo apt-get install ddclient im Terminal. Bei der Abfrage während der Installation wählen Sie other, sonst geben Sie nichts ein und bestätigen alles: Es ist einfacher, nach der Installation die Konfiguration von Hand anzupassen. Nach den Änderungen sollte die Datei so aussehen, wie in Listing 2 zu sehen, wobei Sie die kursivierten Teile an Ihre Gegebenheiten anpassen.

Listing 2

 

pid=/var/run/ddclient.pid
protocol=dyndns2
use=web
ssl=yes
server=dyndns.strato.com/nic/update
login=Login-Name
password="Passwort"mydns.net

Nach dem Abspeichern testen Sie mit dem Befehl aus Listing 3, ob alles funktioniert. Die Ausgabe sollte auf jeden Fall SUCCESS enthalten. Ändert sich jetzt die IP, aktualisiert die Software sie automatisch beim Provider.

Listing 3

 

$ sudo ddclient -daemon=0 -debug -verbose -noquiet
SUCCESS:  updating mmirhome.de: good: IP address set to 94.219.219.231

Speicher einrichten

Für das Cluster-Experiment nutzen Sie den noch freien Platz auf den SD-Karten. Diesen partitionieren Sie als Erstes. Diese Partition – Sie benötigen sie auf allen vier Rechnern – enthält später das Cluster-Dateisystem. Zum Partitionieren bietet sich ein Tool wie Cfdisk für die Kommandozeile oder Gparted [2] mit seiner grafischen Oberfläche an. Nachdem Sie auf allen Knoten des Clusters die Partitionstabellen verändert haben, booten Sie erst einmal alle Rechner neu, um weiterzuarbeiten.

Mit den Befehlen aus Listing 4 erstellen Sie die Dateisysteme auf den neuen Partitionen und hängen sie ein. Damit das System die Dateisysteme auch nach dem nächsten Reboot wieder mountet, tragen Sie sie noch in die Filesystem-Tabelle ein. Den Befehl aus der letzten Zeile führen Sie als root aus, da Sudo hier nicht klappt.

Listing 4

 

$ sudo mkfs.ext4 /dev/mmcblk0p3
$ sudo mkdir /export/
$ sudo mount /dev/mmcblk0p3 /export/
$ sudo mkdir /export/brick
# echo "/dev/mmcblk0p3 /export/ ext4 defaults 0 0"  >> /etc/fstab

Zur Vorbereitung installieren Sie aus den Raspbian-Repositories die Pakete flex, bison und libssl-dev. Da die Tests mit GlusterFS aus den Paketen der Distribution zu keinem Ergebnis führten, installierten wir es aus den Quellen (Listing 5). Das stellt auch sicher, dass alle Teilnehmer des Experiments wirklich über die gleiche lauffähige Version verfügen.

Als Erstes besorgen Sie sich die aktuelle Version von GlusterFS (Listing 5, Zeile 1). Sie finden die zum Redaktionsschluss aktuelle Version auch auf dem beiliegenden Datenträger. Sie packen das Archiv aus (Zeile 2) und konfigurieren und bauen danach die Software (Zeilen 3 und 4). Mit den Befehlen aus Zeile 5 und 6 installieren Sie sie. Der Befehl aus Zeile 7 startet den GlusterFS-Server.

Listing 5

 

$ wget http://download.gluster.org/pub/gluster/glusterfs/3.6/3.6.1/glusterfs-3.6.1.tar.gz
$ tar -xzvf glusterfs-3.6.1.tar.gz
$ cd glusterfs-3.6.1/
$ ./configure && make
$ sudo make install
$ sudo ldconfig
$ sudo /etc/init.d/glusterd start

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 7 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Aktuelle Ausgabe

10/2019
Raspberry Pi 4B

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Sonnige Zeiten

    UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar, was sie umso gefährlicher macht. Die Höhe der tatsächlichen Belastung verrät Ihnen das Selbstbauprojekt UV-Sensor.

  • Gut verpackt

    Für das Ansteuern kleiner Displays gibt es keine Programme von der Stange. Mit Python und einer Pygame-Bibliothek erstellen Sie trotzdem im Handumdrehen Anwendungen.

  • Macro-Mini-Micro-Bit

    Was dem Raspberry Pi für die Computerwelt gelungen ist, versucht der BBC Micro:bit für Mikrocontroller zu wiederholen. Das für Schüler entwickelte Kit hilft beim Einstieg in die hardwarenahe Programmierung.

  • Vorhang auf

    Mit dem modernen Video-Codec HEVC (H.265) erstellte Filme spielen bisherige RasPi-Modelle oft nur ruckelnd ab. Wir testen, ob der neue Raspberry Pi 4B das besser kann.

  • Überraschung!

    Eine optimierte Architektur und mehr RAM beschleunigen den RasPi 4B deutlich. Wir prüfen, wie gut sich der Neuling als Desktop-Rechner schlägt.

  • Durchgestartet

    Ein Stresstest zeigt, wie sich der neue Raspberry Pi 4 Modell B gegenüber den älteren Modellen abhebt.

  • Vierte Generation

    Eine schnellere CPU, USB 3.0 und Gigabit-Ethernet sind nur die Highlights des Raspberry Pi 4B: Das Board bringt viele weitere Neuerungen mit.

  • Tiefenmesser

    Um die Pumpe in einem Brunnenschacht möglichst genau zu positionieren, brauchen Sie dessen Tiefe. Die ermitteln Sie mithilfe eines präzisen Messgeräts aus einem Luftdrucksensor und einem Mikrocontroller.

  • Faktencheck

    Das via DVB-T2 ausgestrahlte Digital-TV liefert Bilder in HD-Qualität. Der dabei eingesetzte H.265-Standard überfordert allerdings kleine Mini-Rechner wie den Raspberry Pi – oder geht es doch?

  • Zugriff von außen

    React Native erlaubt es, Apps mit wenigen Zeilen Code zu programmieren. Mit einem entsprechenden Server sprechen Sie so den RasPi vom Smartphone aus an.