Mini-PC Cubietruck im Performance-Test

© Emir Simsek, Fotolia

Zwergenduell

Der Cubietruck stellt die dritte Inkarnation des Cubieboards dar. Der Mini-Computer tritt als Konkurrenz zum Raspberry Pi an und wartet mit einer üppigen Ausstattung auf, die bei RasPi-Nutzern durchaus Neid aufkommen lässt.

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Die beispiellose Erfolgsgeschichte des RasPi brachte naturgemäß viele Nachahmer auf den Plan. Dazu zählt das Cubieboard, dessen dritte Inkarnation auf den Namen Cubietruck hört. Auf dem Papier glänzt der Kleinrechner mit einer beeindruckenden Ausstattung, die den RasPi weit hinter sich lässt.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Cubieboards mit neuen Komponenten unterscheidet das System grundsätzlich vom Raspberry Pi. Dessen bisher erschienenen Modelle A, B und B+ unterscheiden sich nur wenig voneinander.

Das Cubieboard hingegen trat ursprünglich mit der Single-Core-CPU Allwinner A10 an, in der zweiten Generation fand ein A20-Doppelkern den Weg auf die Platine. Die dritte Generation, wegen ihrer Stärke auch Cubietruck genannt, wartet mit zusätzlicher Peripherie oder zumindest entsprechenden Anschlussmöglichkeiten auf. Einen Überblick dazu bietet die Tabelle "Cubie-Versionen".

Der Cubietruck schließt dabei eine Lücke, die viele ARM-basierte Kleincomputer lassen: Er bringt sowohl GByte-Ethernet mit als auch einen SATA-Anschluss. Die Dual-Core-CPU prädestiniert ihn zudem für alle Anwendungen, die wegen ihrer I/O- oder CPU-Anforderungen auf dem RasPi mehr schlecht als recht laufen.

Cubie-Versionen

Komponente

Cubieboard 1

Cubieboard 2

Cubietruck

CPU

Cortex-A8 (1 GHz)

Dual Core Cortex-A7 (je 912 MHz)

Dual Core Cortex-A7 (je 912 MHz)

RAM

1 GByte

1 GByte

2 GByte

Storage

4 GByte onboard, SD-Karte bis 32 GByte

4 GByte onboard, SD-Karte bis 32 GByte

8 GByte onboard, SD-Karte bis 32 GByte

VGA

nein

nein

ja

Wifi+Bluetooth

nein

nein

ja

Ethernet

100 Mbit/s

100 Mbit/s

1000 Mbit/s

RTC

nein

nein

ja

Hardware

Expo-Tech [1] bietet den Cubietruck zum Preis von 88 Euro zuzüglich 3,50 Euro Versandkosten an, ein Netzteil liefert der Anbieter nicht mit. Im Marketplace von Amazon [2] steht ein Cubietruck-Paket mit umfangreicher Zusatzausstattung für 105 Euro zum Kauf bereit. Typische Zusatzkomponenten, die Sie häufig für den Betrieb des RasPi benötigen, wie etwa einen Wifi-Dongle, sparen Sie sich aber dank der umfassenden Hardwareausstattung des Cubietruck. Darüber hinaus kommt dieser in einem einfachen, aber durchaus zweckmäßigen Gehäuse (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Hersteller liefert die Cubietruck-Platine in einem schicken Plexiglasgehäuse aus.

Während der RasPi mit einem Chip aus der ARM11-Familie arbeitet, treibt den Cubietruck ein Dual-Core-Prozessor aus der Cortex-A7-Familie an. In der ersten Ausführung begnügte sich das Cubieboard noch mit einer Single-Core-CPU Cortex-A8, wie sie auch im damaligen Smartphone-Flaggschiff Samsung Galaxy S ihren Dienst verrichtete.

Hier sorgen die Bezeichnungen der ARM-Versionen für etwas Verwirrung. Die RasPi-CPU aus der ARM11-Familie unterstützt die ARMv6-Architektur, während die Cortex-A7/A8-Familien die ARMv7-Architektur implementieren. Entgegen der landläufigen Meinung sind diese Architekturen nicht vollständig kompatibel zueinander. Allerdings wahrt ARM die Abwärtskompatibilität: ARMv6-Programme laufen also auch auf dem Cubietruck, umgekehrt gilt das ausschließlich unter Verzicht auf ARMv7-spezifische Optimierungen.

Inzwischen verwenden eine ganze Reihe von Designs dieselbe Hardwareausstattung wie der Cubietruck, so beispielsweise auch der Banana Pi [3]. Der Cubietruck toppt aber mit dem ein oder anderen Merkmal alle seine Konkurrenten: So bringt er WLAN und Bluetooth bereits eingebaut mit und verfügt über mehr Speicher als der Banana Pi. Ob diese Zusatzkomponenten den Aufpreis rechtfertigen, hängt dann vom konkreten Anwendungsfall ab.

Als weitere Besonderheit nutzt der Cubietruck statt normal großer SD-Karten die MicroSD-Variante, wie neuerdings auch der RasPi B+. Dafür benötigen Sie allerdings entweder einen MicroSD-auf-SD-Adapter oder einen Leser, der die Karten direkt unterstützt. Immerhin liefern viele Hersteller entsprechende Adapter gleich zu ihren MicroSD-Karten mit.

Software

Neben dem im Flash-Speicher des Cubietruck vorinstallierten Android gibt es auf den Cubietruck-Seiten noch zwei Lubuntu-Images für Server und Desktop [4]. Die Seite beschreibt auch die Installation im Detail: Die Partitionierung der SD-Karte, die Formatierung, das Entpacken der Archive – alles erledigen Sie manuell mit den üblichen Kommandozeilenprogrammen unter Linux.

Allerdings weisen die Images ein für Linux-Verhältnisse schon geradezu biblisches Alter von fast einem Jahr auf – engagierte Softwarepflege sieht anders aus. Einen besseren Einstieg bietet da ein Debian-Image aus der Community namens CTDebian [5]. Für den Test verwendeten wir dessen brandneue Version von Anfang Juli dieses Jahres. Hierbei handelt es sich um ein minimales Debian-System, das Sie, wie von Raspbian bekannt, per Dd auf die Karte schreiben.

Das System bietet ein textbasiertes Login und aktiviertes SSH. Zum Login benutzen Sie den Usernamen root mit dem Passwort 1234. Weitere Pakete installieren Sie mit apt-get update und apt-get install Paket. Damit eignet sich zwar auch diese Distribution trotz einfacherer Installation nicht wirklich für Anfänger, bietet aber als schlankes System ohne Softwaremüll einen idealen Ausgangspunkt für individuelle Lösungen. Eine Reihe von Optimierungen und Patches für einen stabilen Betrieb auf dem Cubietruck bringt das Image bereits mit.

Abgesehen vom Kernel schöpfen aber sowohl die Lubuntu-Images als auch das Debian-System aus gut gefüllten Repositories, denn die Distributionen unterstützten schon lange vor dem Hype um RasPi die Architektur ARMv7.

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