Der Raspberry Pi mit RetroPie im Game-Boy-Case

Lötarbeiten und Verkabelung

Mithilfe der DMG-Platine von Kitsch Bent geht es nun daran, die geplante Verkabelung der Steuerung in die Realität umzusetzen. Hierzu greifen Sie noch einmal die Belegungsmatrix und Anschlusspläne auf: Zunächst nehmen Sie die Lötarbeiten an den Drucktastern vor, dann binden sie das Kitsch-Bent-PCB an.

Als zusätzlichen Schalter für die Escape-Sequenz (Abbruch der Emulation, Rückkehr ins Frontpanel) kommt beim Super Pi Boy ein kleiner Drucktaster am noch freien Pin 26 (GPIO 7) zum Einsatz, mit der Masse auf Pin 14. Mit ein wenig Sekunden- oder Heißkleber fixiert, passt der Taster ideal in die Öffnung des früheren Game-Boy-Netzteilanschlusses.

Strom, Sound, Display

Die Stromversorgung gestaltete sich ein wenig schwieriger, als zunächst gedacht. Ursprünglich war geplant, die 5V-Micro-USB-Schnittstelle des RasPi zu nutzen, doch dieses Vorhaben mussten wir letztendlich aufgeben (siehe Abschnitt LC-Display) und uns primär auf die 12V-Schiene beschränken. Um die 5V-Komponenten wie den RasPi selbst und den Audioverstärker zu versorgen, entschieden wir uns für den Einbau eines LM2596-Schaltreglermoduls.

Beim Zerlegen des LC-Displays von Taotronics erwartete uns eine gute und eine schlechte Überraschung. Als positiv erwies sich, dass bei unserem Modell die Platine deutlich kleiner ausfiel als beim als Vorbild dienenden Umbau aus dem Super-Pi-Boy-Blog. Allerdings stellte sich heraus, dass ein Umbau der Stromversorgung von 12 auf 5 Volt bei diesem Modell nicht ohne Weiteres zu realisieren war.

Mangels tiefer gehender Kenntnisse entschieden wir uns daher, keine Lötarbeiten an der Platine vorzunehmen und die Stromversorgung auf 12 V (Anschluss rot kodiert) zu belassen. Da der Cinch-Stecker des von uns genutzten Kabels für den Videoausgang zu groß für den Einbau ins Gehäuse war, befreiten wir ihn von jeglichem Ballast. Die gelbe Ader legten wir direkt an AV2 (gelb) an, die schwarze Ader kam auf GND (schwarz). AV1 (weiß) blieb bei uns ungenutzt und wurde abgebunden.

Die Ausgangsspannung des Schaltreglermoduls lässt sich mittels einer Verstellschraube sehr fein regeln. Zum Bestimmen der richtigen Einstellung nehmen Sie diesen Schritt mithilfe eines Multimeters vor. Für die Leerlaufspannung regeln Sie eine Spannung von 5,1 V ein. An den 12V-Eingang hängen Sie die Anschlüsse der Netzteilbuchse sowie das LC-Display. An den 5V-Ausgang kommen das Micro-USB-Kabel für die Stromversorgung des RasPi sowie die Stromversorgung des Audioverstärker-Boards. Auch hier müssen Sie den Stecker für die Stromversorgung des RasPi mangels Bauraum massiv kürzen.

Um nicht immer mit Kopfhörer spielen zu müssen, braucht der RasPi-Game-Boy Lautsprecher. Der originale Lautsprecher lässt sich nicht weiterbenutzen, er passt nicht in den verbleibenden Platz. Bei der Planung des Projekts entschieden wir uns für einen Ersatzlautsprecher, der eigentlich für ein Nintendo DS gedacht ist. Er benötigt nur wenig Bauraum, weist aber dennoch eine recht gute Klangqualität auf.

Das mit einem klassischen abgewinkelten 3,5-mm-Klinkenstecker abgegriffene Audiosignal verstärkt ein PAM8403-Audioverstärker, von dort geht es dann weiter zum Lautsprecher. Abbildung 9 fasst die Verkabelung des Audio-Parts unseres Super Pi Boy zusammen. In unserem Aufbau trat auf dem rechten Kanal ein deutliches Rauschen auf, daher banden wir nur den linken Kanal an – Retro-Games benötigen meist keinen Hi-Fi-Sound. Übrigens trat das Rauschen beim Einsatz eines RasPi B+ nicht mehr auf.

Abbildung 9: Anschlussplan: Audio.

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