Bücher rund um den Raspberry Pi

Lesefutter

 

Raspberry Pi geschüttelt, nicht gerührt

Eine Einführung in den Raspberry Pi nicht zum x-ten Mal aus der IT-Ecke, sondern von einem Autorenduo aus der Maker-Szene: Das macht neugierig und lässt auf einen unvorbelasteten Zugang, neue Perspektiven und frische Ideen hoffen. Stattdessen ziehen Matt Richardson und Shawn Wallace es vor, sich in einer seltsamen DIY-Attitüde zu suhlen, die das Duo offenbar für schick hält. Dutzende krakelige Strichzeichnungen von Boards, Anschlüssen, Steckern, Gehäusen und Zubehör mögen in der Szene als stylisch gelten, dem Einsteiger erleichtern sie den Zugang jedoch nicht. Dasselbe gilt für das absurde Sammelsurium an halbgar ausgearbeiteten Themen, die durch die Bank seicht bleiben und und denen oft wichtige Informationen fehlen. So schaffen es Richardson und Wallace allen Ernstes, im Kapitel über Raspbian zwar eine ganze Seite mit einer völlig sinnlosen Aufzählung aller Verzeichnisse im Filesystem zu verschwenden, aber die Befehle zum Update der Paketinformationen und zur Aktualisierung des Betriebssystems komplett auszulassen – sie kommen noch nicht einmal in einem Nebensatz vor. Obendrein leiden ganze Themenstrecken an einer schludrigen Lokalisierung des ursprünglich englischsprachigen Buchs: Das Kapitel über Scratch-Programmierung zeigt die deutsche Version, der zugehörige Anhang aber die englische. Dass alle Abbildungen schwarz-weiß sind, schadet bei einer visuellen Programmiersprache zudem zwangsläufig der Übersichtlichkeit. Langer Rede kurzer Sinn: Statt dieses Buch zu kaufen, investieren Sie das Geld lieber in eine SD-Card, einen aktiven USB-Hub oder ein schickes RasPi-Case, davon haben Sie garantiert mehr. (jlu)

Info

Matt Richardson, Shawn Wallace

Raspberry**Pi für Einsteiger

1. Auflage, O'Reilly 2013

176 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-95561-147-7

12,90 Euro (E-Book 9,90 Euro)

RasPi-Einstieg leicht gemacht

Von null auf Pi in unter 200 Seiten: Dieses ambitionierte Ziel steckt sich Maik Schmidt in seinem Einsteigerhandbuch zum Raspberry. Seine Schlussgerade steuert der Autor in einem schnörkellosen, unterhaltsamen Stil auf konsequent gegliederte Weise an, wobei durchgehend farbige Abbildungen den Text auflockern und untermalen. Ausgehend von Zusammenstellungen der nötigen Komponenten und der Auswahl und Konfiguration des Betriebssystems – dabei beschränkt sich Schmidt weitgehend auf Raspbian, wagt aber Seitenblicke auf Arch Linux und RISC OS – hangelt sich das Buch über die Konfiguration und Bedienung der Firm- und Software bis zur Einrichtung eines XBMC-Mediacenters vor. Auch Anwendungsfälle wie Gaming, der Betrieb eines Webservers und Digital Signage bleiben nicht außen vor, ein eigenes Kapitel widmet sich dem drahtgebundenen und drahtlosen Netzwerken. Anschließend geht es ans Eingemachte, sprich: das Ansteuern der GPIO-Schnittstelle, das Auslesen von Sensoren und den sinnvollen Einsatz der Pi-Cam. Ein ausführlicher Anhang mit der obligatorischen Linux-Einführung für Quereinsteiger schließt das Werk ab. Wo in dem Buch sich die auf dem Titel beworbenen Punkte "Optimierung" und "Projekte" verstecken, das lässt sich allerdings nur raten – möglicherweise verstecken sich dahinter die zwei Absätze zum Overclocking im dritten Hauptabschnitt und das Ansteuern eines PIR-Sensors in Kapitel 10. Ungeachtet dieses völlig überflüssigen Marketing-Stunts liefert Schmidt mit seinem zurecht bereits in der zweiten Auflage vorliegenden Kompendium eine rundum empfehlenswerte Einführung in den Raspberry Pi, die man jedem Einsteiger nur wärmstens ans Herz legen kann. (jlu)

Info

Maik Schmidt

Raspberry**Pi: Einstieg, Optimierung, Projekte

2. Auflage, dpunkt 2014

196 Farbseiten, broschiert

ISBN 978-3-86490-134-8

19,95 Euro (E-Book 15,99 Euro)

Embedded Linux selbst bauen und programmieren

Wer den Raspberry Pi zu mehr benutzen will als nur als Mediacenter, Webserver oder Spielekonsolen-Emulator, der gerät schnell aus dem Fahrwasser der Python- und Scratch-Programmierung in das Reich klassischer Open-Embedded-Systeme. Für das Erlernen entsprechender Kenntnisse und Techniken eignet sich der Mini-Rechner zwar ideal, doch war bislang entsprechende Literatur dünn gesät. Diese Lücke schließt Jürgen Quade mit seinem Buch zu Embedded Linux auf dem RasPi, zu dem es ergänzend auch eine Website mit Skripten, Konfigurationen, Quellcodes sowie Imagedateien gibt. Vorkenntnisse über den RasPi benötigen Sie für die Embedded-Einführung nicht, Grundkenntnisse in Sachen Linux und C-Programmierung sollten Sie aber mitbringen. Darauf aufbauend, spannt der Autor einen kompletten Bogen vom Einrichten einer Cross-Development-Umgebung für den RasPi auf Qemu-Basis über das Bespielen des RasPi mit U-Boot, Root-Umgebung und Userland bis hin zu Anwendungs- und Treiberprogrammierung. Auch Embedded Security und "weiche" Echtzeitprogrammierung kommen dabei nicht zu kurz. Damit versetzt Quades Mitmach-Buch den Leser in die Lage, ein genau auf seine Bedürfnisse angepasstes Embedded Linux Schritt für Schritt aufzubauen. Dem folgt im letzten der acht Kapitel die Probe aufs Exempel, das Einrichten und Ansteuern eines Matrix-Displays am RasPi. Vier nützliche Anhänge mit "Crash-Kursen" zur Linux-Kommandozeile, dem Editor Vi, der Versionsverwaltung mit Git sowie dem Einrichten und Betrieb eines seriellen Interfaces am RasPi runden das Buch ab. Dieses trotz seiner thematischen Tiefe stets leichtverständliche Werk zum fortgeschrittenen Einsatz des RasPi sollte jeder im Regal haben, der sich mit dem Mini-Rechner ernsthaft auseinandersetzen möchte. (jlu)

Info

Jürgen Quade

Embedded Linux lernen mit dem Raspberry**Pi

1.  Auflage, dpunkt 2014

306 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-86490-143-0

29,90 Euro (E-Book 23,99 Euro)

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