Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

 

Postbote

Via Getmail 4.46 binden Sie einen lokalen Mailserver an Ihre Postfächer bei den Providern an. Dabei bietet das Tool zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten.

Der Raspberry Pi eignet sich auch als Mailserver für das heimische Netzwerk: Das Raspbian-Repository hält dazu SMTP-, POP3- und IMAP-Server bereit. Um eingehende Nachrichten aus den Postfächern der Mailprovider einzusammeln, greifen Sie auf die vier Python-Programme getmail, getmail_fetch, getmail_mailbox und getmail_mbox der Getmail-Suite zurück. Diese ermöglichen das manuelle Herunterladen der Post ebenso wie die Integration in eigene Skripte. Allerdings sorgt Getmail lediglich für die Übertragung der Nachrichten, die Mailverteilung im lokalen Zielnetz überlässt es einem vorhandenen MDA wie Postfix oder Exim. Alternativ speichert Getmail die übertragenen Nachrichten auch direkt als Mbox-Datei oder legt sie in einem Maildir-Verzeichnis ab. Das manuelle Abholen von Mails übernimmt Getmail_fetch, dem Sie beim Programmstart als Parameter die Zugangsdaten für das Mailkonto sowie Port und IP-Adresse des Mailservers mitgeben. Hier aktivieren Sie bei Bedarf auch APOP zur Authentifizierung oder SSL zur Verschlüsselung. Standardmäßig löscht Getmail_fetch die Nachrichten auf dem sendenden Mailserver nicht, mit dem Parameter -d passen Sie dieses Verhalten jedoch gegebenenfalls an. Als Lieferziel geben Sie eine Mbox-Datei an oder überführen die eingehenden Mails zur Weiterverarbeitung via Pipe in ein externes Programm. Soll die Mailabholung automatisiert erfolgen, greifen Sie zu Getmail, das ebenfalls alle wichtigen Protokolle beherrscht und SSL zur sicheren Übertragung bereitstellt. Die Konfiguration erfolgt hier über eine Datei, in der Sie die Verbindungsparameter und Zugangsdaten für beliebig viele Mailprovider als sogenannte Retriever-Einträge festlegen. Externe Programme wie Spam- oder Virenfilter binden Sie über Filtereinträge ein. Das Getmail-Quellarchiv enthält eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage für eigene Konfigurationen nutzen lässt.

Getmail 4.46

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://pyropus.ca/software/getmail/

Protokolldompteur

Mit Glogg 1.0.0 werden Sie bei der Suche in Log-Dateien schneller fündig: Das Tool bereitet die Ausgabe optisch auf und hebt gesuchte Elemente farblich hervor.

Bei Systemfehlern stellt der Blick in die Log-Datei das Mittel der Wahl dar. In umfangreichen Protokollen jedoch übersieht man wichtige Informationen schnell. Hier will Glogg Abhilfe schaffen, indem es das Auswerten durch eine übersichtliche Qt-Oberfläche erleichtert. Nach dem Programmstart erscheint der Inhalt der geöffneten Log-Datei im Fenster. Über ein Suchfeld fischen Sie nun nach bestimmten Einträgen, wobei neben Wildcards auch reguläre Ausdrücke zum Einsatz kommen dürfen. Die Treffer des Suchlaufs listet Glogg in einem separaten Bereich auf. Rote Markierungen am rechten Fensterrand zeigen außerdem, wo in der Log-Datei Glogg die Treffer aufgespürt hat. Bei der Suche berücksichtigt das Tool die Schreibweise des Suchmusters, sofern Sie es nicht über eine Checkbox anweisen, die Groß- und Kleinschreibung zu ignorieren. Fällt die Ausgabe immer noch zu unübersichtlich aus, reduzieren Sie die Datenmenge über Filter. Auch hier geben Sie wahlweise reguläre Ausdrücke, Wildcards oder feste Suchmuster zur Auswahl vor. Dabei lässt sich für jedes Suchmuster eine individuelle Schrift- und Hintergrundfarbe zur Darstellung der Treffer vorgeben. Alle definierten Filter trägt Glogg in seine Konfigurationsdatei ein, sodass diese auch beim nächsten Start sofort wieder zur Verfügung stehen. Möchten Sie eine Log-Datei fortlaufend im Auge behalten, teilen Sie dies Glogg mit der Einstellung auto-refresh mit: Sie sorgt für das Aktualisieren des Fensterinhalts in Echtzeit, sodass Sie sofort sehen, was das System gerade ins Log schreibt.

Glogg 1.0.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://glogg.bonnefon.org

Wartungsprofi

Die Möglichkeit, mehrere Dateien oder Ausgaben in einer Konsole zu verfolgen, macht Multitail 5.2.13 zu einem unverzichtbaren Helfer bei der Systemwartung.

Log-Dateien dienen als Informationsquelle sowohl bei der Systemwartung als auch bei der Fehlersuche. Dabei stehen die aktuellen Informationen stets am Dateiende, und viele Programme verwenden mehrere Log-Dateien. Hier sorgt Multitail für mehr Übersicht. Das Tool ähnelt dem bekannten Tail, kann jedoch gleichzeitig die Enden mehrerer Dateien und die Standardausgabe von Programmen übersichtlich darstellen. Dabei nutzt es Ncurses, um die Ausgabekonsole geschickt zwischen allen Quellen aufzuteilen. Zudem dürfen Sie einzelne Dateien vorübergehend ausblenden, um sich schnell eine bessere Übersicht über einzelne Logs zu verschaffen. Alternativ beenden Sie die Anzeige einer Datei in Multitail auch ganz. Standardmäßig zeigt Multitail nur die letzten zehn Zeilen einer Datei oder Textausgabe an, die es in frei definierbaren Intervallen aktualisiert. Über reguläre Ausdrücke, die Sie global oder für jede Datei und Ausgabe individuell definieren dürfen, lassen sich bestimmte Einträge und Muster farblich hervorheben oder ganz ausblenden. Das Suchergebnis stellt Multitail in einem eigenen Fenster dar. Das Tool benötigt keine umfangreiche Konfiguration, sodass Sie nach der Installation sofort loslegen können. Zahlreiche Einstellungen wie das Setzen von Zeitstempeln oder Labeln nehmen Sie über Kommandozeilenparameter vor. Über [H] erreichen Sie im laufenden Multitail eine Übersicht aller Tastenkürzel und Funktionen, weitere Informationen bietet die ausführliche Manpage.

Multitail 5.2.13

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.vanheusden.com/multitail/

Systemcockpit

Mit dem webbasierten Sysusage 5.3 behalten Sie die Systemlast auf einzelnen Rechnern gut im Auge. Der Funktionsumfang des Tools lässt sich mit eigenen Plugins ergänzen.

Die webbasierte Monitoring-Lösung Sysusage greift zum Erfassen der Systemdaten auf bewährte Lösungen wie Sysstat zurück und stellt deren Messwerte grafisch dar. Darüber hinaus können Sie eigene Checks als Plugins integrieren. Das Quellarchiv enthält die Perl-Programme sysusage, sysusagewarn, sysusagegraph und sysusagejqgraph. Letztere sorgen für das Aufbereiten der Daten in aussagekräftige Grafiken, wobei Sysusagejqgraph mittels Jqplot interaktive Diagramme erstellt, in die Sie hineinzoomen können. Das Zusammentragen der Systemdaten übernimmt Sysusage, das diese im RRD-Format abspeichert. Die Webseite selbst gestaltet sich sehr übersichtlich: Der Seitenkopf enthält eine Menüleiste mit den verschiedenen Monitoring-Bereichen, über Ausklappmenüs gelangen Sie zu den Grafiken der einzelnen CPUs, Festplatten oder Interfaces. Dort erhalten Sie dann eine Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresübersicht. Obendrein richten Sie bei Bedarf mit Sysusagewarn eine Alarmierung per E-Mail ein. Die Verbindungsdaten zum SMTP-Server und die Schwellwerte für die Alarme tragen Sie in der Konfigurationsdatei sysusage.cfg ein. Dort legen Sie neben den zu sammelnden Daten auch die Verzeichnisse für die RRD-Dateien und die Webseite sowie weitere Pfade zu externen Programmen oder temporären Dateien fest. Über Größe und Liniendicke der Grafiken passen Sie das Erscheinungsbild der von Sysusage erzeugten Webseite an. Damit diese bei jedem Aufruf aktuelle Daten liefert, empfiehlt es sich, sowohl Sysusage als auch Sysusagegraph respektive Sysusagejqgraph im Cron-Scheduler zu hinterlegen. Die README-Datei im Quellarchiv enthält dazu einige Einrichtungsbeispiele, eine Manpage bringt Sysusage hingegen nicht mit.

Sysusage 5.3

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sysusage.darold.net

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