RasPi als PXE-Server (2): Rettungssysteme

Knoppix auf den RasPi

Beim Zusammenstellen der Testkonfiguration wollte das System erst einmal nicht starten, sondern blieb immer an einer bestimmten Stelle hängen, weil der Treiber für die Netzwerkkarte nicht gefunden wurde. Ein kurzer E-Mail-Wechsel mit Klaus Knopper klärte das Problem dann recht schnell.

Je nachdem, ob Sie ein 32- oder 64-Bit-Knoppix von der DVD starten (knoppix64 am Boot-Prompt), erzeugt das System eine RAM-Disk für die jeweilige Architektur, die entweder nur 32- oder nur 64-Bit-Treiber enthält. Starten Sie einen Client mit der falschen RAM-Disk, findet er keine passenden Treiber. Daher sollten Sie die RAM-Disk-Datei beim Kopieren in miniroot32.gz respektive miniroot64.gz umzubenennen, damit später keine Verwechslungen auftreten.

Neben den RAM-Disks kopieren Sie den Inhalt des Verzeichnisses /KNOPPIX von der Live-DVD in ein Verzeichnis auf den USB-Stick. Zu guter Letzt benötigen Sie aus dem DVD-Verzeichnis /boot/isolinux noch die beiden Kernel-Dateien linux sowie linux64. Ersteres benennen Sie beim Kopieren in linux32 um.

Jetzt haben Sie alle benötigten Komponenten beisammen und können diese auf den Raspberry Pi befördern. Den Inhalt des Verzeichnisses KNOPPIX kopieren Sie auf dem RasPi in das neu anzulegende Verzeichnis /data/nfs/knoppix. Die beiden Kernel-Dateien linux32 und linux64 gehören ebenso wie miniroot32.gz und miniroot64.gz ins Verzeichnis /srv/tftpboot/knoppix/, das Sie ebenfalls neu anlegen müssen.

Nun gilt es, die Kopie des Knoppix-DVD-Inhalts im Verzeichnis /data/nfs/knoppix über NFS freizugeben. Dazu ändern Sie den Inhalt der Datei /etc/exports wie in Listing 6 gezeigt. Dabei ersetzen Sie die Netzadresse, in unserem Beispiel 192.168.100.0/24, durch diejenige Ihres LAN (Zeile 1). Anschließend starten Sie dann den NFS-Serverdienst neu (Zeile 2).

Listing 6

 

$ sudo echo "/data/nfs/knoppix 192.168.100.0/24(fsid=0,ro,root_squash,sync,no_subtree_check)" > /etc/exports
$ sudo service nfs-kernel-server restart

PXE-Bootmenü erweitern

Zum Erweitern des PXE-Startmenüs ergänzen Sie die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default um die Einträge aus Listing 7. Dabei ersetzen Sie die IP-Adresse des PXE-Servers, im Beispiel 192.168.100.2, durch die IP-Adresse Ihres Raspberry Pi.

Listing 7

 

LABEL Knoppix-32
MENU LABEL Knoppix (32 Bit)
KERNEL /knoppix/linux32
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot32.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix
LABEL Knoppix-64
MENU LABEL Knoppix (64 Bit)
KERNEL /knoppix/linux64
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot64.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix

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