Netzwerkverbindungen konfigurieren und Fehler beheben

Namensfrage

Das Domain Name System DNS übersetzt Domainnamen, wie sie in Web- und Mailadressen vorkommen, in die für das TCP/IP-Networking notwendigen numerischen IP-Adressen. Diese Namensauflösung geschieht für den Benutzer völlig transparent, solange der Rechner die Adresse eines funktionierenden DNS-Servers kennt.

Als klassische Werkzeuge zur DNS-Abfrage dienen auf den meisten Linux-Systemen, wie bereits erwähnt, nslookup und host aus dem Paket bindutils. Umfassendere Informationen liefert jedoch das Tool dig, der "domain information groper". Im Wesentlichen nimmt Dig eine DNS-Abfrage vor und präsentiert dann deren Ergebnisse (Listing 8). Die Ausgabe zeigt auch, über welchen DNS-Server Dig die Namensauflösung vorgenommen hat – in unserem Beispiel war es einer von Google (Zeile 17).

Listing 8

 

$ dig raspi-geek.de
; <<>> DiG 9.8.1-P1 <<>> raspi-geek.de
; (1 server found)
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 33242
;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 5, ADDITIONAL: 0
;; QUESTION SECTION:
;raspi-geek.de.                 IN      A
;; ANSWER SECTION:
raspi-geek.de.          3599    IN      A       195.122.146.144
;; Query time: 126 msec
;; SERVER: 8.8.8.8#53(8.8.8.8)
;; WHEN: Sun Mar 16 20:10:11 2014
;; MSG SIZE  rcvd: 47

Um einen bestimmten Nameserver zu nutzen – etwa, wenn auf dem als Standard eingestellten die Namensauflösung nicht klappt – übergeben Sie Dig dessen Adresse (in Zeile 1 von Listing 9 die eines weiteren Google-DNS-Servers) hinter dem Schalter @. Darüber hinaus lässt sich Dig auch dazu einsetzen, beliebige Arten von DNS-Einträgen zu finden. So finden Sie zum Beispiel den zu einer Domain gehörenden Mailserver heraus (Zeile 2).

Listing 9

 

$ dig @8.8.4.4 raspi-geek.de
$ dig MX www.raspberry-pi-geek.de

Ablauf einer Diagnose

Wollen Sie überprüfen, ob Sie einen entfernten Rechner erreichen, bietet der Befehl ping immer die einfachste Lösung. Wenn ein Ping funktioniert, können Sie davon ausgehen, dass das Netzwerk richtig konfiguriert ist (oder zumindest gut genug, damit Pakete an ihrem Bestimmungsort ankommen).

Um sicher zu gehen, dass wirklich alles passt, überprüfen Sie, ob Sie den entfernten Rechner sowohl über den Hostnamen als auch über die IP-Adresse erreichen. Erreichen Sie die Maschine lediglich über die Adresse, jedoch nicht mit dem Hostnamen, dann liegt das Problem höchstwahrscheinlich beim DNS. Dasselbe gilt für den umgekehrten Fall: Der Eintrag für den Host verweist dann auf eine falsche IP-Adresse.

Können Sie weder über den Hostnamen noch mit der IP-Adresse eine Verbindung zu einem entfernten Rechner herstellen, fangen Sie am besten beim lokalen Rechner an und arbeiten sich dann Schritt für Schritt weiter nach außen vor. Die erste Frage lautet, ob TCP/IP auf dem lokalen System richtig konfiguriert ist – das prüfen Sie mit ip addr.

Senden Sie dann einen Ping an den Router, um sicherzustellen, dass Sie mit ihm verbunden sind. Klappt das, dann versuchen Sie Ping gleich mit einer anderen Adresse jenseits des Routers, um festzustellen, ob dieser die Pakete auch weiterleitet. Haben Sie immer noch nicht entdeckt, wo das Problem liegen könnte, geben Traceroute oder Tracepath mehr Auskunft darüber, wo genau die Pakete verloren gehen. 

Glossar

CIDR

Classless Inter-Domain Routing [3]. Ein Verfahren zur effizienteren Nutzung des IP-Adressraums und um die Größe der Routing-Tabellen zu reduzieren.

MAC-Adressen

Media Access Control Address. Eindeutige Hardware-Adresse jedes Netzwerkadapters, die als Identifikator des Geräts im Netzwerk dient. Besteht aus sechs Bytes (48 Bit), wovon die ersten drei eine Herstellerkennung enthalten.

Infos

  1. TCP/IP-Basics: Kristian Kißling, "Pfade durch den Dschungel", LU 12/2006, S. 34, http://www.linux-community.de/11811
  2. Netzwerkprotokolle: Achim Leitner, "Netz-Geheimnisse", LU 11/2005, S. 40, http://www.linux-community.de/9483
  3. Classless Inter-Domain Routing: http://de.wikipedia.org/wiki/Classless_Inter-Domain_Routing

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