RasPi als Server für Google Cloud Print

© alexmillos, 123rf.com

Druck via Wolke

Mithilfe von Google Cloud Print schicken Sie auch vom Smartphone aus Dokumente an einen Drucker, unabhängig davon, wo er steht. Allerdings gestaltet sich das nur mit wenigen Modellen praktikabel – es sei denn, Sie nehmen einen Raspberry Pi zu Hilfe.

Die grundlegende Idee hinter Googles Dienst Cloud Print [1] besteht darin, die Dokumentenwarteschlange eines Druckers ins Netz zu verlagern: Das erlaubt es beispielsweise, von unterwegs aus ein Dokument auf den heimischen Tintenstrahldrucker zu schicken.

Das sendende Gerät kann dabei ein Smartphone mit der zugehörigen App sein, aber genauso gut jeder beliebige Rechner, auf dem ein spezieller Druckertreiber des Dienstes installiert wurde. Über das persönliche Google-Konto lässt sich von jedem Ort der Welt aus der aktuelle Stand der eigenen Druckerwarteschlange kontrollieren. Optional gestatten Sie auch vertrauenswürdigen Bekannten die Nutzung, sodass diese ebenfalls Dokumente auf Ihrem Gerät ausdrucken dürfen – quasi eine moderne Version des Faxversands.

Einschränkungen

Allerdings lädt der Dienst jede auszudruckende Datei dafür zuerst auf die amerikanischen Google-Server hoch. Zwar sichert Google zu, alle Dokumente nach dem erfolgreichen Ausdrucken sofort wieder von den Servern zu löschen, und sie auch zuvor schon streng vertraulich zu behandeln [2]. Doch in der Vergangenheit gelang es der NSA bereits, die Standleitungen der Google-Rechenzentren anzuzapfen und Daten abzusaugen. Dieser Umstand macht jeden Ausdruck potenziell genauso unsicher wie eine unverschlüsselte E-Mail. Trotzdem wäre es schade, deswegen auf den komfortablen Cloud-Print-Service zu verzichten.

Eine im Hinblick auf den persönlichen Datenschutz sicherere Alternative bestünde darin, sich selbst einen eigenen Dienst mit vergleichbarer Funktion zu bauen. Soll dieser jedoch genauso komfortabel ausfallen wie das Google-Original, dann müsste er so gestaltet sein, dass auch unbeholfene Bekannte problemlos auf den geteilten Drucker zugreifen können. Das wäre mit einem sehr hohen Entwicklungsaufwand verbunden: Sie müssten für verschiedenste Betriebssysteme entsprechende Druckertreiber entwickeln, intuitiv bedienbare Apps für alle Smartphone-Ökosysteme, und noch einiges mehr.

So lange eine solche gemessen am Bedienkomfort gleichwertige Alternative noch nicht besteht, bleibt noch der Original-Dienst von Google. Als Kompromiss zwischen Datenschutz, Arbeitsaufwand und Komfort empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Daten, die Sie als belanglos genug betrachten, um sie als Postkarte oder unverschlüsselte E-Mail zu versenden, drucken Sie bedenkenlos via Google Cloud Print aus. Für solche, die Sie nur in einem verschlossenen Briefumschlag versenden würden, sollten Sie besser den lokalen Druckertreiber verwenden. Dateien, die in irgendeiner Weise Ziel von Wirtschaftsspionage sein könnten, sollten Sie darüber hinaus ohnehin auf keinem mit dem Internet verbundenen Rechner speichern.

Ein anderer Nachteil des Dienstes lässt sich jedoch mithilfe des RasPi umgehen: Nur sehr wenige Drucker arbeiten von Haus aus mit Google Cloud Print zusammen. Diese Modelle verfügen zum einen über ein eingebautes WLAN-Modul, um sich über den Router direkt mit dem Internet zu verbinden. Zum anderen versteht ihre Firmware das Kommunikationsprotokoll des Cloud-Print-Dienstes aus Kalifornien. Nun möchten aber die meisten Menschen lieber ihren bisherigen Drucker weiterverwenden.

Als Alternative schlägt Google vor, einen beliebigen Drucker mit einem PC zu verbinden, der rund um die Uhr eingeschaltet bleibt und die Kommunikation des Geräts mit dem Internet über ein Chrome-Plugin realisiert. Das erscheint jedoch schon allein aufgrund des benötigten Stromverbrauchs wenig praktikabel. Hier kommt der Raspberry Pi ins Spiel.

RasPi übernimmt

Nachdem Sie einen RasPi mit dem designierten Drucker und dem heimischen LAN verbunden haben, müssen Sie noch die Raspbian-Installation für Google Cloud Print anpassen – was sich erfreulicherweise als äußerst unkompliziert gestaltet. Nach der Installation von cups aus der Standard-Paketquelle gilt es, einem Nutzer-Account das Ausdrucken zunächst einmal explizit zu erlauben.

Der Nutzer pi mit seinem Standard-Passwort raspberry ist hierfür aus Sicherheitsgründen nicht unbedingt die beste Wahl. Optimalerweise legen Sie mit sudo adduser clouddrucker einen neuen Account an und melden sich dort an. Anschließend löschen Sie den Nutzer pi mit sudo deluser pi und gewähren dem neuen User Zugriff auf den Drucker mit der Eingabe von sudo adduser clouddrucker lpadmin. Über den Webbrowser stellen Sie danach unter der URL http://localhost:631 das genutzte Drucker-Modell ein.

Nun docken Sie das Cups-System noch an Googles Cloud-Print-Service an. Der Suchmaschinenriese sieht hierfür ausschließlich den von ihm entwickelten Webbrowser Chrome vor, von dem es jedoch keine Pakete für die ARM-Architektur gibt. Erfreulicherweise enthält jedoch das Open-Source-Programm Chromium ebenfalls alle für unseren Zweck benötigten Bestandteile. Nach der Installation des Browsers mit sudo apt-get install chromium-browser melden Sie sich im Chromium-Browser an Ihrem Google-Konto an und rufen darin die erweiterten Einstellungen auf.

Die Optionen für das Cloud-Printing finden Sie nach etwas Scrollen weiter unten auf der Einstellungsseite. Hier klicken Sie auf den Schalter Drucker hinzufügen. Anschließend bestätigen Sie innerhalb der nun angezeigten Google-Webseite noch einmal durch einen Mausklick, dass Sie den Drucker genau diesem Konto zuordnen (Abbildung 1). Damit ist die Konfiguration abgeschlossen.

Abbildung 1: Es genügen wenige Mausklicks, um Ihren Drucker mit einem Google-Konto zu verbinden.

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