Veranstaltungsbericht: Pi and More 4 in Luxemburg

Regatta-Update

Der PiTörn [6] wurde in der nächsten Präsentation thematisiert. Das mit Stiftungs- und Sponsorengeldern finanzierte Langzeitprojekt zielt darauf ab, bei Schülern das Interesse an und die Kompetenz in Technik zu fördern. Dazu bauen die Jugendlichen verschiedener Schulen kleine Modellboote zu autonom fahrenden Schiffen um, deren Steuerung ein Raspberry Pi übernimmt. Im September 2014 soll dann abschließend eine "Regatta" in einem Wasserband stattfinden, bei der die Schiffe innerhalb eines Wettbewerbs versuchen, ein Ziel zu erreichen, ohne mit den Konkurrenten zu kollidieren.

Der PiTörn war schon mehrere Male Thema bei der Pi and More, und so erhielten auch diesmal die Zuhörer aktuelle Informationen zum derzeitigen Stand des Projekts. So haben die Schülergruppen zwischenzeitlich ihre Arbeiten begonnen. Mittlerweile wurden auch die Regeln der geplanten Regatta präzisiert: Die Schüler dürfen alle Arten von Sensoren verbauen, jedoch keine (Hilfs-)Servo-Motoren. Eine Fernbedienung dürfen die Jugendlichen nur bei Notfällen zuhilfe nehmen, wie beispielsweise der Gefahr einer Kollision.

Allerdings haben sich auch ein paar Probleme ergeben, mit denen man ursprünglich nicht gerechnet hatte: So liegen etwa an ungünstigen Stellen Steine im Wasser, und die Genauigkeit der GPS-Systeme reicht für die kleinen Schiffe nicht aus. Ein Problem konnte jedoch bereits gelöst werden: Es hatte sich gezeigt, dass eine weit in der Zukunft liegende Regatta für die Schüler motivational zu weit entfernt ist. Darüber hinaus müssten die Schiffe beim Rennen direkt mehrere Anforderungskriterien erfüllen, was relativ hohe Hürden aufwirft.

Dem begegnet man nun mit mehreren Zwischenrennen vor der eigentlichen Regatta, bei denen die Jugendlichen jeweils nur eine Kategorie erfolgreich absolvieren müssen – zum Gewinnen genügt es dann beispielsweise, lediglich Kollisionen vermieden zu haben. Diese Änderungen erhöhen den Spaßfaktor der teilnehmenden Schüler deutlich.

Workshop

Beim darauf folgenden Slot durften die Besucher der Pi and More zwischen zwei Angeboten wählen: Entweder blieben sie im Vortragsraum oder nahmen stattdessen an einem Workshop teil (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein Raum voller Raspberry Pis.

Wer sich für die Präsentation entschied, bekam ausführliche und gut strukturierte Informationen für Raspberry-Pi-Einsteiger zu hören. Von der Auswahl des grundlegenden Zubehörs über die verschiedenen Pi-Betriebssysteme bis hin zu den Einstellungsmöglichkeiten innerhalb der config.txt bis hin zum grafischen Konfigurationswerkzeug Raspi-config blieben keine Fragen offen.

Der zeitgleich stattfindende Workshop richtete sich an Anfänger im Elektronik-Bereich. Anfangs führten die beiden Referenten in wichtige Grundlagen ein, wie beispielsweise den Umstand, dass vor eine LED immer der passenden Widerstand zu schalten ist. Dann durften die Teilnehmer auf den Breadboards selbst Bauelemente einstecken.

Als Übungsziel wurde das Stecken der Schaltung für das "Ladder Game" festgelegt: Bei diesem sind mehrere LEDs sowie ein Knopf mit dem Breadboard verbunden. Im fertigen Endprodukt sorgt der Python-Code eines angeschlossenen RasPis für den Ablauf des Spiels mit seinen Regeln (Abbildung 3): Der Spieler muss immer dann den angeschlossenen Knopf drücken, wenn gerade eine LED leuchtet. Schafft er das, wird das Leuchten an eine höher gelegene LED weitergegeben. Drückt er stattdessen zum falschen Zeitpunkt den Knopf, "fällt" er wieder nach unten.

Abbildung 3: Konzentriertes Ausprobieren am RasPi.

Während des Steckens der Bauelemente (Abbildung 4) gingen die Workshop-Leiter durch die Reihen und halfen bei Fragen oder korrigierten Fehler, damit jeder zum Schluss ein funktionierendes Ladder-Game vor sich hatte.

Abbildung 4: Teilnehmerin beim Stecken einer Schaltung.

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