Veranstaltungsbericht: Pi and More 4 in Luxemburg

© Medialinx AG

Ohne Grenzen

Am 9. November 2013 fand der ursprünglich in Deutschland gestartete Raspberry-Pi-Jam "Pi and More" erstmals in Luxemburg statt. Raspberry Pi Geek war vor Ort.

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Die vierte Inkarnation der Veranstaltung "Pi and More" lockte erneut Raspberry-Pi-Fans jeder Couleur an. Im Laufe des Tages besuchten die Teilnehmer Vorträge zu dem Mini-Computer, legten in einem Workshop selbst Hand am Pi an und tauschten sich in Gesprächen aus.

Auch wenn Luxemburg mit seinen 500 000 Einwohnern recht klein erscheint, besitzt das Großherzogtum doch beträchtliche wirtschaftliche und politische Bedeutung. Aufgrund seiner liberalen Finanzmarktgesetze und niedriger Steuersätze hat es sich zur Bankenmetropole entwickelt. Zudem unterhalten hier wichtige E-Commerce-Unternehmen wie beispielsweise Amazon und Paypal ihren Europa-Hauptsitz, und auch etliche EU-Institutionen fühlen sich hier wohl.

Am 9. November 2013 fand nun in Luxemburg zum ersten Mal ein Raspberry-Pi-Jam statt: Die Pi and More [1], die zuvor drei Mal in Deutschland stattfand.

Circlean

Der erste Vortrag der Veranstaltung stellte das Circlean-Projekt [2] vor. Es erhöht die Sicherheit für Rechner, an die des Öfteren fremde USB-Sticks aus potenziell unsicheren Quellen angeschlossen werden. Im Schnitt erreichen dem Referenten zufolge Anti-Viren-Programme bei relativ neuen Viren eine Erkennungsquote von gerade einmal 60 Prozent. Wurde der Schädling für genau diesen Angriff programmiert, erkennt ihn in der Regel noch nicht einmal die Heuristik-Engine des AV-Scanners.

Hier setzt das Circlean-Projekt an. Es stellt eine Image-Datei zur Verfügung, mit der sich ein Raspberry Pi booten lässt. Dabei startet der Pi eine Umgebung, in der er die bootende SD-Karte nur zum Lesen einhängt. Dann starten Skripte, die folgendes Vorgehen ermöglichen: Sie schieben den zu prüfenden, aus unsicherer Quelle stammenden USB-Stick in den oberen der beiden RasPi-USB-Ports. Einen zweiten, leeren Stick stecken Sie darunter ein. Der Pi legt nun auf dem unteren Massenspeicher eine modifizierte, abgesicherte Kopie des fremdem USB-Sticks an.

Dabei konvertiert die Software beispielsweise PDF- und Office-Dokumente nach HTML, ändert das Dateisuffix von Windows-Binärdateien und führt noch eine Reihe von weiteren Änderungen durch. Eine Kette von Prozessen macht Dateien, die potenziell ausführbaren Code enthalten könnten, quasi unschädlich. Zum Schluss ertönt ein akustisches Signal, das symbolisiert, dass Sie den abgesicherten Stick nun entnehmen und in anderen Rechnern einsetzen können.

Abbildung 1: RasPi-Roboter mit kreisrundem Chassis.

OpenMePi

Der anschließende Vortrag stellte OpenMePi [3] vor. Dabei handelt es sich um ein Projekt in der Planungsphase, das ein per Raspberry Pi gesteuertes Türschloss- und Alarmsystem realisieren soll.

Das Vorhaben entstammt dem Hackerspace syn2cat [4] und soll dessen bisheriges Projekt OpenDuino ersetzen, das derzeit im Gebäude des Hackerspaces zum Einsatz kommt. Besucher können zu den Öffnungszeiten Türen mit einer Smartphone-App via Token öffnen, sofern das Handy im häuslichen WLAN-Netz eingebucht ist. Über denselben Weg erfolgt auch die Steuerung des Alarmsystems und künftig ebenfalls die Regulierung der Beleuchtung. Darüber hinaus implementiert das System die Space-API [5], mittels derer weltweit Hackerspaces via Internet diverse Statusmeldungen an Apps und Browser-Plugins melden – unter anderem darüber, ob die Lokalität derzeit geöffnet ist.

Da OpenDuino bisher rein Arduino-basiert war, gestaltete sich dessen Pflege angesichts wachsender Anforderungen zu umständlich. Hier soll der geplante, RasPi-basierende Nachfolger OpenMePi Abhilfe schaffen.

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