Veranstaltungsbericht: "Pi and More 3" in Trier

© Tobias Hübner, medienistik.de

Löten und Grillen

Aus ganz Deutschland zog es Mitte Juni Raspberry-Pi-Fans nach Trier zur "Pi and More 3". Die Veranstaltung deckte eine breite Palette an Themen ab und sprach damit RasPi-Enthusiasten aller Alters- und Interessengruppen an.

In Großbritannien sind Raspberry-Pi-Jams schon seit einiger Zeit zu einer festen Größe gewachsen: Im Heimatland des knuffigen Minicomputers findet praktisch jeden Monat irgendwo ein solches Treffen statt. Doch auch anderswo breiten sich entsprechende Veranstaltungen zunehmend aus: So fand denn auch die deutsche RasPi-Jam "Pi and More" [1] bereits zum dritten Mal statt.

Die halbjährliche Veranstaltung wuchs im Vergleich zu den Vorgängern diesmal überdurchschnittlich. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des ersten Programmpunkts ist ein Großteil der Stühle belegt, die 100 Plätze der kostenlosen Veranstaltung waren bereits Tage vor Beginn ausgebucht. Die "Pi and More" vereint unterschiedlichste Teilnehmer unter einem Dach: Lehrer, Informatik-Professoren, Bastler und Hobbyisten, darunter auch einen 10-jährigen Jungen, der sich die Skriptprogrammierung mit Tutorials selbst angeeignet hat.

Abbildung 1: Verstehen sich bestens: Tux und der Raspberry Pi in allen Varianten.

Bildung

Im ersten Vortrag erläutert Tobias Hübner, wie er Schüler für den Minicomputer begeistern konnte. Der Lehrer gründete mit Kindern einer sechsten Klasse eine Raspberry-Pi-AG. Dabei kamen ungeachtet der altersgerechten Aufbereitung der Inhalte auch technische Grundlagen nicht zu kurz.

Zuerst fanden die Schüler an einem echten Comptometer heraus, wie dieses alte Gerät auf mechanische Art und Weise Zahlen addiert. Mit Erklärungen zum Binärsystem und zur Funktionsweise von Transistoren fand dann der Brückenschlag ins Jetzt statt: Die Klasse nahm die RasPis in Empfang und lernte zunächst anhand von LibreOffice, wie man Korrespondenz und Büroarbeiten mit freier Software abwickelt. Als nächstes spielten alle eine Runde Mindcraft. Letzteres motivierte die Kinder enorm, beim nachfolgenden Python-Kurs gut aufzupassen – schließlich wollten sie nun die Spielewelt mit eigenen Skripten modifizieren. Die letzten Wochen der Raspberry-Pi-AG drehten sich um Hardware-Basteleien und Physical Computing. Tobias Hübner stellt die für diese AG erstellten Lehrmaterialien auf seiner Homepage bereit [2].

Screenly und KiCAD

Viktor Petersson erzählt beim zweiten Programmpunkt die Erfolgsgeschichte von Screenly [3]: Die Software läuft auf einem Pi und stellt gewünschte Informationen auf einem Monitor dar, wie beispielsweise Infomercials in einem Kaufhaus. Das Programm existiert sowohl als GPLv2-lizenzierte freie Software wie auch in einer kommerziellen Variante.

Wer mit dem RasPi bastelt, fängt in der Regel mit dem Steckbrett an. Wie überführt man die gesteckte Schaltung in eine richtige Platine? Hierfür erläutert Guido Schmitz im dritten Vortrag die Software KiCAD [4]. Als-Beispiel-Schaltung verwendet er das Laddergame [5], das sich oft in Hardware-Einsteigertutorials für den Pi wiederfindet. Mit KiCAD entsteht dazu zunächst einen Schaltplan, anschließend ein entsprechendes Platinenlayout. Zum Schluss erfolgt eine interessante Übersicht, welche Preise den geneigten Bastler erwarten, wenn er seine Platine ätzen lassen möchte.

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